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Erdoğan: UNO soll Islamophobie ächten

(c) AP (Amel Emric)

Weiter Straßenproteste gegen den anti-islamischen Film „The Innocence of Muslims“ in Afghanistan, Indonesien, Pakistan auf den Philippinen und im Jemen. Die libanesische Hisbollah-Miliz rief zur Protestwoche auf.

Wien/Istanbul/Kabul/Ag. Die Protestwelle gegen den anti-islamischen Film „The Innocence of Muslims“ könnte demnächst auch die UNO beschäftigen: Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan will bei der bevorstehenden UN-Vollversammlung in New York eine Ächtung der Islamophobie erreichen. Es müsse eine Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit gezogen werden, so Erdoğan, der den Film als „beleidigend“ kritisiert hatte. Im Gegensatz zu anderen Ländern mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung kam es in der Türkei bisher zu keinen gewaltsamen Protesten.

Anders in Afghanistan, Indonesien, Pakistan, auf den Philippinen und im Jemen – hier setzten sich die Unruhen auch am Montag fort. In Kabul schossen Demonstranten laut Polizei auf Beamte und zündeten Autos an, im indonesischen Jakarta kam es vor der US-Botschaft zu Zusammenstößen. In Pakistan starben zwei Menschen. In der Hafenstadt Karachi versuchten Islamisten den zweiten Tag in Folge, zum US-Konsulat zu marschieren.

Die libanesische Hisbollah-Miliz rief unterdessen zu einer Protestwoche auf. „Die ganze Welt muss die Wut in euren Gesichtern, euren Fäusten und euren Schreien sehen“, sagte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah in einer TV-Ansprache. Den Film bezeichnete er als „den schlimmsten jemals gestarteten Angriff auf den Islam“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2012)