Friedrich Stickler über Glück und "seine" Lottospieler.
DIE PRESSE: Herr Diplomingenieur Stickler, schon im Vorjahr gehörten die Österreichischen Lotterien zu unseren Partnern für die "großen Österreicher". Auch heuer sind Sie wieder dabei. Warum unterstützt ein Unternehmen wie die Lotterien die "Austria'05“?
Friedrich Stickler: Es ist eine großartige Sache, dass wir uns als Österreicher ernst nehmen. Wir haben so viele großartige Menschen, die auf ihren Gebieten hervorragende Leistungen erbringen, Weltklasseleistungen. Manchmal glaube ich, wir sind einfach zu bescheiden, wir sollten unsere Leistungen stärker hervorheben. Das tun wir nur ungern.
Seit Anbeginn ist das die Idee der "Austria'05", die "Die Presse" schon im Vorjahr an mich herangetragen hat: "Die Österreicher des Jahres"! Und das hat mich überzeugt. Deswegen leisten die Österreichischen Lotterien einen Beitrag dazu.
Mittlerweile heften ja viele große Unternehmen soziales Engagement an ihre Fahnen, schon allein aus optischen Gründen. Was ist Ihre persönliche Haltung zu Social Sponsoring?
Stickler: Bei uns gibt es ein klares Commitement in Richtung Social Sponsoring. Wir wollen als Unternehmen sozusagen ein guter Staatsbürger sein. Die Menschen in Österreich sollen denken: Gut, dass es die Lotterien gibt.
Das heißt, Sie denken bei Ihren vielfältigen Sponsor-Aktivitäten auch an das Image Ihres Unternehmens?
Stickler: Natürlich muss ich als Unternehmensführer jedes Sponsoring unter einen betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkt stellen. Aber das soziale Engagement ist auch in unserer Betriebsphilosophie verankert.
Was bedeutet Glück für Sie persönlich?
Stickler: Das ist eine sehr schwierige Frage. Aus Sicht des Glücksspiels müsste ich Glück in Glück haben umwandeln. Also für mich selbst ist Glück ein Zustand, in dem ich mit mir eins bin. Wenn Menschen, die ich liebe, mich auch lieben. Es ist ein Zustand, in dem genau das eintritt, das ich mir wünsche.
Dem Glücksspiel haftet der Ruf an, Menschen in eine Scheinwelt zu verführen, ihnen schnellen und billig erzielten Reichtum vorzugaukeln. Ihre Meinung?
Stickler: Glücksspiel ist eine große Verantwortung. Wir wollen, dass die Menschen spielen. Aber ich will nicht, dass sie über Gebühr spielen oder sich in Gefahr bringen. Das ist der Unterschied zwischen seriösen und unseriösen Betreibern.
Was unterscheidet Ihr Unternehmen von angeblich unseriösen Betreibern?
Stickler: In unserer Kommunikation machen wir die Gewinn-Wahrscheinlichkeiten deutlich. Spielen ist die schönste Nebensache der Welt und sollte nie zur Hauptsache werden. Natürlich sollen die Leute darüber nachdenken, was wäre, wenn sie morgen reich werden. Man weiß, dass es geschehen kann, aber es wird nicht mit Gewalt erzwungen. Mir liegt die gesellschaftspolitische Verantwortung sehr am Herzen, natürlich wollen wir Gewinne machen, aber nicht Umsatz maximieren um jeden Preis. Das ist der feine Unterschied.
Wie sieht der ideale österreichische Spieler eigentlich aus?
Stickler: Unsere Spiele sprechen alle Menschen in diesem Lande an. Lotto und Toto zum Beispiel wird von allen Bevölkerungsgruppen gern gespielt, von der A-Schicht bis zur D-Schicht. Das bestätigt unsere Marktforschung.
Warum spielen besonders viele Menschen Lotto?
Stickler: Mehr als die Hälfte aller Österreicher spielen heute Lotto. Denn es ist ein ideales Glücksspiel. Mit kleinem Einsatz kann man viel gewinnen. Und noch etwas: Die Reichen oder die Klugen werden dabei nicht bevorzugt. Lotto ist das demokratischste Spiel, das es überhaupt gibt.
Spielen Sie selbst?
Stickler: Ja, ich spiele selbst.
Bestimmte Zahlen?
Stickler: Nein, immer andere Zahlen.