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Pflege: "Muss verarmt sein, um Hilfe zu bekommen"

Pflege Muss verarmt sein
Franz Küberl(c) FABRY Clemens
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Caritas-Präsident Küberl warnt vor explodierenden Kosten im Pflegesektor und plädiert für eine neue Erbschaftssteuer und einheitliche Finanzierungs-und Versorgungsstandards.

Die Caritas macht sich erneut für eine reformierte Erbschaftssteuer zur Absicherung des Pflegesystems stark. "Die Regierung hat die Finanzierung nur bis 2016 sichergestellt, für die Jahre danach herrscht derzeit noch gähnende Leere", kritisierte Caritas-Präsident Franz Küberl am Dienstag. Außerdem plädierte er für österreichweit einheitliche Finanzierungs-und Versorgungsstandards, für leistbare und niederschwellige Betreuungsangebote und für die Ausarbeitung eines Plans zur Prävention von Pflegebedürftigkeit.

In Zukunft brauche der Pflegesektor deutlich mehr Geld, so Küberl, das Wifo gehe von einem Anstieg der Gesamtkosten von geschätzten 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf mindestens 5,4 Milliarden Euro im Jahr 2030 aus. "Heute muss man verarmt sein, um finanzielle Unterstützung vom Staat zu bekommen. Wir müssen hinaus aus der Sozialhilfelogik, hin zu einer solidarischen Finanzierung", sagte Caritas-Direktor Michael Landau und pochte auf die strukturelle Verankerung der Pflegefinanzierung.

Zudem müsse die Betreuungslücke geschlossen werden, die zwischen den mobilen Diensten und der 24-Stunden-Betreuung klaffe, so Landau. Auch österreichweit vergleichbare Bedingungen forderte er, etwa die selben Höchstgrenzen für mobile Betreuungsstunden und eine einheitliche Zuständigkeit des Bundes für die berufsrechtliche Regelung von Sozialbetreuungsberufen.

Kritik an Steiermark und Kärnten

Küberl verlangte erneut die Abschaffung des in der Steiermark und in Kärnten bestehenden Regresses sowie eine jährliche, indexgebundene Anhebung des Pflegegeldes. Dass viele dieser Forderungen bereits bekannt seien, zeige, dass die Reformen im Pflegebereich zu langsam vorangehen, betonte Landau.

Als eine der größten Herausforderungen für die Gesellschaft sieht er künftig die Versorgung demenzkranker Menschen. Demenz sei der häufigste Grund für Pflegebedürftigkeit, so Landau und forderte die Politik auf, die Weichen zu stellen, damit Menschen mit Demenz bezahlbare Pflege erhalten.

(APA)