Rechtsstreit. Schnellimbiss-Läden sollen weitergeführt werden. Subway-Chef: "Wir sind nicht illiquid."
WIEN. Am Mittwoch wurde über die Subway Sandwich Shops Gesellschaft in Wien der Konkurs eröffnet. Das bestätigte der Kreditschutzverband von 1870 der "Presse". Subway-Geschäftsführer Werner Ettl kündigte im Gespräch mit der "Presse" an, gegen den Entscheid des Konkursgerichts Regress einzulegen. "Das war für uns sehr überraschend", konstatierte Ettl. Er kündigte an, dass der Betrieb weitergeführt werde. "Wir sind nicht illiquid, nicht zahlungsunfähig, nicht überschuldet", sagt er. Zu dem Insolvenzantrag sei es im Zuge eines Mietrechts-Streites gekommen, berichtet Ettl. Die von dem Vermieter vor Gericht behaupteten Forderungen existieren laut Ettl jedoch nicht. Subway seien seit Jahren überhöhte Mieten verrechnet worden.
Subway betreibt in Wien sechs Standorte in sehr guter Lage. Vier Filialen seien in der Bauphase. Vor zehn Jahren stieg Subway mit Lizenznehmer Werner Ettl in Österreich ein. Am Ring nahe der Universität eröffnete damals das erste Subway-Lokal in Europa. Bis 2005 sollten 39 Lokale folgen. "Es werden erst 2007 etwa 40 Lokal sein", gibt sich Ettl trotz der widrigen Umstände zuversichtlich. Bei Subway arbeiten etwa 40 Mitarbeiter und einige geringfügig Beschäftigte. Was das Geschäft betrifft, sagt Ettl: "Wir schreiben keine Verluste."
Subway ist nicht der erste US-Fastfood-Konzern, der in Österreich Probleme hat. Die Kette "Pizza Hut" musste sich im September 2003 nach sieben Jahren aus Österreich zurückziehen. Auch Burger King scheiterte bei seinem ersten Versuch, in Österreich Fuß zu fassen. Mittlerweile ist die Fastfood-Kette zurückgekehrt.
"Denn der Fastfood-Markt in Österreich ist noch lange nicht gesättigt", betont Andreas Kreutzer von der Marktanalyse-Agentur Kreutzer Fischer & Partner KFC. In diesem Jahr werden die Schnellimbisse in Österreich 645,1 Mill. Euro umsetzen, sagt Kreutzer. Das ist eine Steigerung um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2004 wuchs der Markt sogar um 8,7 Prozent.
Während die Imbissläden, also Würstelstände und Kebab-Buden, stagnieren und sich bestenfalls gegenseitig kannibalisieren, legt die Systemgastronomie (McDonald's, Nordsee und Co) jährlich eine kräftige Portion nach. Der Umsatz wird nach 432,8 Mill. Euro im Vorjahr heuer auf 451,6 Mill. Euro steigen, meint Kreutzer. Der Löwenanteil des Marktes entfällt auf McDonald's. Mit 162 Ketten schaffte der Marktführer im vergangenen Jahr einen Umsatz von 312 Mill Euro.
Die Probleme bei Subway haben nach Meinung des Marktexperten Andreas Kreutzer vor allem einen Grund: "Der Österreicher will nicht warten." Bei Subway müsse man oft Schlange stehen, bevor man sich den Inhalt seines Sandwiches auswählen darf. "Dafür gibt es bei uns alles frisch", kontert Ettl und meint: "Das Produkt kommt bei den Kunden gut an."
Besser kommt das Produkt in den Vereinigten Staaten an. 1965 stellten die gefüllten Brötchen von Subway dort eine Neuheit dar. Mittlerweile gibt es mehr als 24.000 Filialen in 82 Ländern. Jährlich sperrt die Kette 1000 Lokale auf. Im Land der Wurstsemmel ging das Erfolgsrezept bisher nicht auf.