Mit Papieren, in die die Fonds normalerweise investieren, machen sie zurzeit Verluste. Einige Fonds verlängern die Laufzeiten ihrer Papiere.
New york/Bloomberg. Geldmarktfonds bieten Privatanlegern die Gelegenheit, an einem äußerst sicheren und liquiden Markt mitzumischen. Am Geldmarkt parken institutionelle Investoren – also Versicherungen, Banken oder die öffentliche Hand – kurzfristig Geld. Wegen der kurzen Laufzeit der Verbindlichkeiten hält sich das Risiko in Grenzen. Die Zinsen sind dementsprechend niedrig, aber immer noch höher als am Tagesgeldkonto.
Im aktuellen Umfeld kommen die Fonds aber schwer in die Bredouille. Kurzfristige Schuldverschreibungen von sicheren Staaten wie Deutschland rentieren teilweise negativ. Das heißt, die Fondsmanager kassieren keine Zinsen, sondern müssen dafür bezahlen, die Papiere zu halten. Dies ist der Preis dafür, sein Geld sicher geparkt zu wissen.
Mehr Risiko gegen Niedrigzins
Um dennoch eine Rendite zu erzielen, verlängern einige Fonds die Laufzeiten ihrer Papiere. Das bedeutet freilich auch etwas höheres Risiko. Andere Fonds aus der Eurozone setzen auf skandinavische und japanische Bankanleihen. Um Kunden bei der Stange zu halten, senkt die Fondsgesellschaft Northern Trust auch ihre Gebühren – diese hatten die schmalen Erträge zuvor aufgefressen.
JP Morgan hat aus einem Mangel an sicheren Investments bereits Neukunden abgewiesen. Blackrock und Goldman Sachs sind dazu übergegangen, Fonds zu schließen. Dass sich die Probleme in nächster Zeit erübrigen, ist nämlich unwahrscheinlich.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2012)