Neurosexismus

Mann, sind wir verschieden! In einer aktuellen Studie wurden Probanden Bilder von Schmetterlingen, Vögeln, Schwammerln, Autos, Flugzeugen und Motorrädern gezeigt. Danach konnten sich die Männer besonders gut an Fahrzeuge erinnern, die Frauen an die herzigen Tierchen.

Mann, sind wir verschieden! In einer aktuellen Studie wurden Probanden Bilder von Schmetterlingen, Vögeln, Schwammerln, Autos, Flugzeugen und Motorrädern gezeigt. Danach konnten sich die Männer besonders gut an Fahrzeuge erinnern, die Frauen an die herzigen Tierchen. Wie viele Frauen den Mercedes R231 jauchzend erkannt haben und welcher Mann beim Anblick des Waldkauzes froh genickt hat, ist nicht überliefert. Die Neuropsychologin Cordelia Fine zeigt im Buch „Die Geschlechterlüge“ eine Sammlung solcher Experimente und meint, dass eben nur jene Ergebnisse den Weg in die Medien finden, die bestätigen, dass Männer und Frauen ganz unterschiedlich ticken.

Eine Art Neurosexismus also: „Neurowissenschaftler, die vor sich ein einzelnes Gehirn sehen, können nicht sagen, ob es sich um ein männliches oder um ein weibliches handelt“, bestätigte sie soeben in Wien. Auch die allseits beliebten Science Busters erklären in ihrem neuen Buch, dass manche Unterschiede des männlichen und weiblichen Gehirns „historische Mythen“ seien: Bloß, weil bei den einen etwas anders vernetzt ist als bei den anderen, heißt das noch lange nicht, dass das eine Geschlecht etwas besser könnte als das andere. VERS


E-Mails an: veronika.schmidt@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2012)

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