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Mohammed-Film: Protest vor US-Botschaft in Wien geplant

AP
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Die Veranstalter erwarten für die Demo am Samstag 500 Teilnehmer. Die islamische Glaubensgemeinschaft distanziert sich.

Die Proteste gegen den Mohammed-Film erreichen nun auch Österreich: Für Samstag wurde eine Demonstration nahe der US-Botschaft in Wien angemeldet. Polizeisprecher Roman Hahslinger bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Kurier" (Freitag-Ausgabe).

Die Aktion soll von 17 bis 19 Uhr an der Ecke Boltzmanngasse/Strudlhofgasse stattfinden; das Motto: "Protest gegen die Unzumutbarkeit der US-Filmindustrie und den Schmähfilm gegen den Propheten Mohammed". Die Veranstalter erwarten 500 Teilnehmer.

Die Polizei sieht keine Gründe für ein Verbot: Man habe im Internet keine Informationen zu möglichen gewalttätigen Aufrufen gesehen, hieß es gegenüber der "Presse". Zudem würde es keine Gründe geben, die Kundgebung zu verbieten. Traditionell lässt sich die Polizei zu den aufgebotenen Kräften nicht in die Karten blicken. Beamte berichten der „Presse" aber, dass für die Demo eine „normale Kommandierung in üblicher Stärke" vorgesehen sei. Das heißt: Die Exekutive wird mit bis zu 300 Leuten - inklusive Verfassungsschützer - anrücken.

Die Demonstration wurde von einem jungen Österreicher tunesischer Herkunft, Abdulla F., angemeldet. Der Mann ist dem Innenministerium bekannt, er wird aber nicht überwacht. "Wenn es ein akutes Gefährdungspotenzial geben würde, wäre die Demonstration untersagt worden", sagte Hahslinger. Die Sicherheitsmaßnahmen würden nicht verschärft - , sie seien ohnehin auf dem "höchsten Level".

Abdullah F. hat sich laut "Kurier" unter anderem bei der "Aktion Lies" engagiert. Bei dieser Missionierungsaktion verteilten radikal-islamische Salafisten in deutschen Städten kostenlos Koran-Exemplare. Ableger fand die Aktion auch in der Schweiz und Österreich. Im April soll sich Abdullah F. mit einem Bücher-Stand am Viktor-Adler-Platz positioniert haben.

Islamische Glaubensgemeinschaft: "Veranstalter ist uns unbekannt"

Die islamische Glaubensgemeinschaft hat mit der geplanten Aktion am Samstag nichts zu tun. "Der Veranstalter ist uns unbekannt", sagte der Sprecher der IGGiÖ, Zekirija Sejdini. Es gebe keine Gespräche zwischen der IGGiÖ und Abdullah F. Die Glaubensgemeinschaft betrachtet die Demonstration als Aktion einer "Privatperson". Sie hatte zuvor bereits die gewaltsamen Protesten in der islamischen Welt kritisiert.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich und die Initiative Liberaler Muslime distanzierten sich ebenfalls von der Demo am Samstag. "Wir rufen alle Moslems und insbesondere aus der Türkei stammende Mitbürger auf, hier bei diesem schmutzigen Spiel nicht mitzumachen. Das ist nämlich eine Falle", betonte die Generalsekretärin der Türkische Kulturgemeinde, Melissa Günes, am Freitag in einer Aussendung. Die Muslime müssten Ruhe bewahren und dürften "Hetzern und Hassern" keinen "Showroom" bieten. Amer al-Bayati von der Initiative Liberaler Muslime sagte: "Wir Muslime wären gut beraten, Karikaturen oder Filme nicht zum Anlass zu nehmen, auszurasten und gegen Unschuldige vorzugehen."

In Teilen der islamischen Welt ist es am Freitag erneut zu gewalttätigen Protesten gekommen. --> mehr dazu

(stög/APA)