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Den Pagat: Wein, Weib und Mord

(c) Leykam
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Das zweite Buch von Koytek/Stein ist ein spannender Wien-Krimi, der viel über diese Stadt und ihre Bewohner erzählt. Die Autoren haben wieder alles richtig gemacht.

Den Pagat, das kleinste Tarock, als letzten Trumpf zu spielen, bringt Punkte. In diesem Buch ist er aber auch „der Meister des Schicksals“.

In Wien häufen sich Fälle von Selbstmord. Die Lebensmüden sollen sich mit Glasscherben tödliche Verletzungen zugefügt haben. Bei der ersten Toten, einer Drogensüchtigen vom Karlsplatz, schöpft noch niemand wirklich Verdacht. Als aber die lebenslustige Dorothea Hausner auch mit aufgeschnittener Pulsader gefunden wird, ändert sich das. Zum zweiten Mal ist der coole Conrad Orsini in Wien unterwegs, allerdings nicht – wie in dem etwas verwirrenden Klappentext angekündigt – als Privatdetektiv, sondern als Kriminalpolizist.

Koytek/Stein haben für ihr Debüt „Der Posamentenhändler“ den Leo-Perutz-Preis der Stadt Wien bekommen. Auch bei ihrem zweiten Krimi haben sie sich bemüht, alles richtig zu machen. Und sie haben alles richtig gemacht. Wieder ist die Stadt Wien neben Orsini die zweite Hauptfigur. Das Wiener Idiom wird zu den Figuren passend, gut dosiert eingesetzt. Die Handlung ist spannend, die Figuren sind psychologisch richtig beschrieben. Es gibt überraschende Wendungen und ein fulminantes Ende, in dem auf originelle Weise „Der dritte Mann“ von Graham Greene variiert wird.

Wermutstropfen: Man kann das Bemühen der Autoren zwischen den Zeilen spüren. Vielleicht gelingt es ihnen beim nächsten Buch, sich mehr zurückzulehnen und mit der Gelassenheit dessen, der weiß, dass er es kann, zu schreiben. cle

Koytek/Stein: „Pagat ultimo“, Leykam Verlag, 446 Seiten, 22 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.09.2012)