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Sonntagstafel: Empfehlungen mit ganz leiser Kritk

Wer im Dunkeln zum Klee am Hanslteich findet, wird mit einer braven Karte belohnt.

Wer den kleinen Weg zum versteckten Hanslteich neben der beginnenden Höhenstraße in Hernals nicht kennt, der kann in der jetzt schnell hereinbrechenden Dunkelheit – trotz Navis – die richtige Abzweigung von der Höhenstraße mitunter mehrmals verpassen. Kein Licht oder kaum rettende Hinweistafeln weit und breit. Zumindest die Sache mit dem Licht wollten die Betreiber des Anfang Juni eröffneten Klee am Hanslteich rasch ändern. Gern hätten sie Bäume und Teich hell beleuchtet. Doch das zuständige Magistrat der Stadt Wien legte sich quer, Fische, Insekten und sonstige Waldtiere würden dadurch gestört.

Darum tappt der Gast auch auf dem Parkplatz weiter im Dunkeln bis zur Holzterrasse, die sich in diesen ersten Herbsttagen trotz der Heizstrahler und flauschigen Decken als eher kühler Ort für ein Abendessen entpuppt. Die Klee-Mannschaft wurde von den Temperaturen überrascht, Anfang Oktober soll die Terrasse winterfest sein. Hoffentlich sind die Kellner auch danach so freundlich. Die Karte bietet kaum Überraschungen, dafür Speisen, die der wohlig situierte Gast aus der Wiener Vorstadt garantiert schätzt. Gegrillte Garnelen, getrüffelte Linguine etwa oder Beef Tatar. Letzteres gelingt hier so gut wie sonst kaum wo, vom Tafelspitz lässt sich leider nur das Gegenteil behaupten. Und die Desserts sind hier so groß, dass man die Hauptspeise beinahe weglassen könnte.

DiePresse.com/schaufenster

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.09.2012)