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Fleisch fördert Entzündungen und Fisch wirkt hemmend

(c) EPA/epa Franck Robichon (Epa Franck Robichon)
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Entzündliche Prozesse können zu Arteriosklerose führen, etliche Nahrungsmittel können bis zu einem gewissen Grad davor schützen. Antientzündlich sind auch Omega-3-Fettsäuren.

Kann man Entzündungen einfach wegessen? Nein, lautet die vielleicht enttäuschende Antwort, jedoch: Es gibt Nahrungsmittel, die Entzündungen fördern, und solche, die sie hemmen. „Mit Entzündung ist da aber viel mehr gemeint als beispielsweise ein entzündeter Zahn. Da geht es auch um entzündliche Prozesse, die sich in den Arterien abspielen und zu Arteriosklerose führen können“, setzt Kurt Widhalm, emeritierter Professor für Ernährungsmedizin, voraus. Und genau dieses Geschehen könnten Nahrungsmittel sehr wohl beeinflussen.

Negativer Einfluss stammt von Fleisch von Landtieren, das ist größtenteils entzündungsfördernd. Denn die essentielle Fettsäure Arachidonsäure, aus der der Körper Entzündungsbotenstoffe bildet, wird vorwiegend über den Verzehr von Fleisch oder Wurst aufgenommen. So enthalten beispielsweise 100 Gramm Schweineschmalz 1700 mg dieser negativ wirkenden Säure, 100 Gramm Schweineleber 460 mg, die gleiche Menge Leberwurst 200 mg, Hühnerfleisch 170,gekochter Schinken 50 mg und Emmentaler 30 mg.

 

Vortrag: Ernährung, Entzündung

Menschen, die unter chronischen Entzündungen leiden, sollten auch den Konsum diverser Öle einschränken, beispielsweise Kürbiskern-, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl. Sie enthalten Linolsäure, und diese wiederum steht im Verdacht, Entzündungen zu fördern. „Leinöl hingegen kann empfohlen werden“, vermerkt Experte Widhalm. „Leinöl, mit Topfen verrührt, einmal täglich konsumiert, darf als hervorragend antientzündliche Speise bewertet werden“, betont die Medizinerin Johanna Fitz, Leiterin der Relux-Akademie, die am 3.Oktober den Vortrag „Entzündungshemmende Ernährung“ veranstaltet (18 Uhr, Café Museum in Wien, Ernährungsexpertin Lucia Treffurth, www.relux.at).

Antientzündlich sind ferner auch Omega-3-Fettsäuren, wie sie in fetten Seefischen enthalten sind. Hier sei die Eicosapentaensäure (EPA) vor den Vorhang geholt: Sie vermindert die Umwandlung von Arachidonsäure in Entzündungbotenstoffe. Besonders reich an dieser Fettsäure sind Thunfisch (1,2 Gramm pro 100 Gramm), Hering (1,1 Gramm pro 100 Gramm), Makrele und Lachs. Gesunde Fettsäuren weisen aber auch Lein-, Raps-, Soja- und Walnussöl auf.

Wer generell mehr über Öle und ihre Wirkung erfahren will: Das Buch „Heilsame Öle. Innerliches und äußerliches Heilmittel, Natürliches Anti-Aging. Anwendungen von A bis Z. Rezepte“ blättert auf 176 Seiten allerlei Interessantes zu Ölen auf – von den Pflanzenölen in der Medizingeschichte über Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen bis zu Krankheiten und Symptomen, die sich mit Ölen positiv beeinflussen lassen. Zu Leinöl steht da unter anderem zu lesen: „Aufgrund seines besonders hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäure sollte es in keiner gesundheitsbewussten Küche fehlen“ (Herbig Hausapotheke, Roland Lüthi und Doris Iding, 15,50 Euro, www.herbig.net).

Auch Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe tragen dazu bei, dass Arachidonsäure, nicht in entzündungsfördernde Stoffe umgewandelt wird. Mit anderen Worten: Auch Obst und Gemüse können Entzündungen bis zu einem gewissen Grad vorbeugen. Zudem sollen Gewürze wie Kurkuma, Ingwer und Salbei antientzündliche Eigenschaften besitzen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2012)