"Bank mit Gewinnen ist wie Geldhaus, das stiehlt"

Banken haben Problem sozialer
Banken haben Problem sozialer(c) Reuters (Paolo Bona)
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Wenn ein industrieller Konzern den selben Gewinn melde, sei er gut, kritisiert Federico Ghizzoni, Chef der Bank-Austria-Mutter UniCredit.

Der Chef der Bank-Austria-Mutter UniCredit, Federico Ghizzoni, ist der Ansicht, dass die Banken in der jetzigen Phase mit einem Problem sozialer Legitimierung zu kämpfen haben. "Die Banken haben heute Schwierigkeiten mit der Legitimierung, Profite zu machen. Wenn eine Bank eine Milliarde Gewinne schreibt, wird sie als Geldhaus betrachtet, das negativ gehandelt, oder gestohlen hat. Wenn ein industrieller Konzern den selben Gewinn meldet, ist er gut. Bei Skandalen, die eine Bank betreffen, wird das ganze System unter Druck gesetzt", klagte Ghizzoni nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Warnung vor parallelem Bankensystem


Der UniCredit-Chef warnte vor der zunehmenden Gefahr eines parallelen Bankensystems aus Gesellschaften, Fonds und andere Gruppen, die Geld leihen, ohne eine Bankenlizenz zu haben. "In den letzten Jahren haben wir uns stark auf Bankenregelung konzentriert. Es ist aber keine Regelung des sogenannten 'Shadow Banking' unternommen worden, wo es größere Gefahren als im Bankenbereich gibt", betonte Ghizzoni.

Der UniCredit-Geschäftsführer klagte wegen der starken Kosten, die für die Banken durch die stärkere Regelung infolge der Finanzkrise entstanden seien. UniCredit habe in den letzten fünf Jahren 700 Millionen Euro ausgegeben, um sich den neuen internationalen Regeln anzupassen. "Ich sage nicht, dass es ein Fehler ist, das war notwendig, doch wir haben eine epochale Wende erlebt", erklärte Ghizzoni.

(APA)

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