Schnellauswahl

Kosovo-Teilung: Serbiens Präsident distanziert sich

Serbiens Praesident distanziert sich
Der serbische Präsident Tomislav Nikolic(c) AP (Seth Wenig)
  • Drucken

Der Staatschef appellierte an die serbischen Politiker, ihre persönlichen Ideen zur Teilung des Kosovo für sich zu behalten. Belgrad und Prishtina würden keine "guten Nachbarn" werden.

Der serbische Präsident Tomislav Nikolic hat sich von dem Vorschlag des serbischen Ministerpräsidenten Ivica Dacic für eine Teilung des Kosovo distanziert. Der Staatschef habe an Politiker appelliert, ihre persönlichen Ideen bzw. die Ideen ihrer Parteien wie jene zur Teilung des Kosovo nicht öffentlich zu machen, solange Belgrad keinen Konsens zum Kosovo erreicht habe, berichtete die staatliche Presseagentur Tanjug.

Premier Dacic hatte am Freitag erklärt, dass er die Teilung des Kosovo als einzige mögliche und realistische Lösung für die Kosovo-Frage sehe. Dieselbe Idee hatte Dacic bereits einmal im Vorjahr als Innenminister in der von der Demokratischen Partei geführten Regierung vorgetragen.

Nikolic soll am heutigen Donnerstag am Rande der UNO-Vollversammlung in New York mit der EU-Außenpolitikbeauftragten Catherine Ashton zusammentreffen. Die Gespräche werden laut serbischen Medienberichten vorwiegend der Fortsetzung des Dialogs mit dem Kosovo gewidmet sein.

"Werden keine gute Nachbarn"

Der serbische Präsident, der sich am Dienstag vor der UNO für den Dialog beider Seiten auf höchster politischer Ebene ausgesprochen hatte, schloss am Mittwochabend gegenüber dem staatlichen TV-Sender RTS eine eventuelle Vereinbarung über gutnachbarliche Beziehungen mit Pristhina als Grundlage für den künftigen Dialog auf höchster Ebene aus. Ashton habe in ihm einen guten Gesprächspartner für ein besseres Leben im Kosovo, für den Frieden und die Sicherheit, für Investitionen, allerdings nicht dafür, dass Belgrad und Prishtina eines Tages "gute Nachbarn" würden, erklärte Nikolic.

Eine weitere Normalisierung der Beziehungen zum Kosovo ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Belgrad von Brüssel einen Termin für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen erhält. Serbien lehnt unterdessen eine Anerkennung seiner früheren Provinz weiterhin dezidiert ab.

(APA)