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Stronach präsentiert Partei: "Tag geht in Geschichte ein"

Stronach praesentiert Partei wird
Frank Stronach(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)

Stronach eröffnet den Wahlkampf, das Programm seiner Partei ist aber noch nicht fertig. Der Milliardär präsentiert sich als "Mann des Volkes" und wettert gegen Banken und Regierung.

"Das ist einer der wichtigsten Tage in der Geschichte Österreichs; der Tag wird auch in die Geschichte der Welt eingehen." Frank Stronach stapelte bei der offiziellen Vorstellung seiner Partei nicht gerade tief. Über das Programm von „Team Stronach" erfuhr man in der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz am Donnerstag allerdings kaum Neues. In einer 45 Minuten langen „Grundsatzrede" sprach der Milliardär und Magna-Gründer vor allem über sein Leben und seine Werte. Das Parteiprogramm sei noch „in Auswertung", es soll im April fertig sein. Bis dahin steht auf der Homepage der Partei ein "Grundsatzprogramm" zum Download bereit.

"Ich bin angesehen als einer der besten Wirtschaftsmanager", lobte sich Stronach und betonte gleichzeitig: „Ich bin ein Mann des Volkes, ich komme aus einer Arbeiterfamilie und habe das nie vergessen". Damit unterscheide er sich auch von der SPÖ: Dort hätten die meisten „nie Dreck unter den Fingernägeln gehabt". Die SPÖ habe mit der Zustimmung zum Euro-Rettungsschirm ESM „die Arbeiter an die Banken verkauft." Überhaupt hätten die Banken weltweit zu viel Einfluss auf die Regierungen, wetterte Stronach. Die ÖVP sei sowieso eine "Bankenpartei".

Für Flat Tax und Studiengebühren

Nach Stronachs Vorstellung sollte es möglich sein, dass jeder, der sparsam und einfach lebt, nach 20 Jahren Arbeit genug Geld hat um von den Zinsen leben zu können. Inhaltlich ein wenig konkreter wurde der Austro-Kanadier auf Nachfrage beim Thema Steuern: Er sei für eine "Flat Tax" (in seinen Worten "Fair" Tax), die nach fünf Jahren seiner Regierungsbeteiligung und einem Abbau in der Verwaltung etwa 25 Prozent betragen könnte. Wie er in der Verwaltung sparen will? Die Sozialversicherungen sollten zu einer zusammengelegt werden. Außerdem erklärte er erneut, VP-Chef Michael Spindeleggers Vorschlag aufgreifen und die ÖBB sanieren zu wollen. Das "Team Stronach" setzt sich auch für eine Arbeitnehmerbeteiligung an den Gewinnen der Unternehmen ein.

Der Milliardär wiederholte in seiner Rede seine Ablehnung gegenüber der Gemeinschaftswährung: Jedes Land solle seinen eigenen Euro mit erhalten, der Österreich-Euro wäre dann etwa mehr wert als der Griechenland-Euro. Eine gemeinsame Währung ist für den Austro-Kanadier so, "wie wenn Nachbarn sich ein Geldbörsel teilen würden: Das ist wider die Natur".

--> mehr zu Stronachs "Grundsatzprogramm"

Zu der Diskussion um seine Steuern sagte der Parteichef,  dass er den größten Teil in Kanada entrichte und in Österreich etwa eine Million an Abgaben leiste. Steuerliches Interesse bestünde an ihm an vielen Orten: "Für jedes Land bin ich ein großer Fisch und jeder will ein Stück davon."

Nach seinem Wahlziel gefragt sagte der Austro-Kanadier: „Ich setze mir eine hohe Latte: Ich will die meisten Stimmen".

(kron)