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"Diffamierung": Uni Hamburg boykottiert Rankings

Diffamierung Hamburg boykottiert Rankings
(c) Uni Hamburg
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Die Uni Hamburg will aus allen Ranglisten aussteigen. Hauptargument sind die methodischen Mängel.

Dass Hochschulrankings umstritten sind, ist nicht neu. Neu ist ein Schritt, den nun die Uni Hamburg setzt: Sie will künftig alle Rankings boykottieren. Die Uni werde nicht mehr bei Umfragen mitmachen, „die geeignet sind, deutsche und internationale Universitäten gegeneinander auszuspielen“, so Uni-Chef Dieter Lenzen in einer Stellungnahme. Er nennt zwei Gründe: Einerseits sei der durch Datenanfragen entstehende Verwaltungsaufwand nicht mehr bewältigbar. Andererseits hätten nahezu alle dieser Anfragen für Rankings „erhebliche methodische Mängel“ – die Uni sehe sich oft nicht richtig dargestellt.

Gegenüber DiePresse.com wird Lenzen noch deutlicher: „Wenn man sich gegen falsche Bewertungen und irreführende Einschätzungen wehren möchte, bleibt nur der Boykott.“ Eine Hochschulleitung müsse dafür sorgen, „dass das Personal nicht öffentlich diffamiert und die Abschlüsse der Studierenden nicht mit falschen oder irrelevanten Daten schlecht geredet werden“ – etwa mit der Summe der Drittmittel, die in Rankings teils ebenfalls erhoben wird. Die Hamburger Uni-Leitung hält solche Ranglisten „grundsätzlich für den falschen Weg, Qualität transparent zu machen“. Der richtige Weg seien anlassbezogene Evaluierungen von Experten und Ratings ohne Rangfolge. Im Übrigen, so Lenzen, habe die Politik in einem Land mit einem staatlichen Hochschulwesen – anders als in den USA – die Pflicht, Qualitätsunterschiede zwischen Unis erst gar nicht entstehen zu lassen.

Die Ankündigung der Uni Hamburg kommt zu einem brisanten Zeitpunkt: Am Mittwoch erscheint das alljährliche internationale „Times Higher Education“-Ranking, das die besten 400 Unis listet. Die Uni Hamburg war hier zuletzt allerdings nicht vertreten.

(beba)