Ein Hauch von Naschmarkt in Innsbruck

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Mit zusätzlichen Standbetreibern, einer Terrasse an der Inn-Promenade und ständiger Erweiterung des Sortiments will die Markthalle zur „Gustiermeile“ Innsbrucks werden.

Innsbruck/Wien. Das Ziel ist klar definiert. Die in den letzten Jahren heruntergewirtschaftete Innsbrucker Markthalle soll nach dem Vorbild des Naschmarktes in Wien ein glanzvolles Comeback erleben.

Um die für eine Neuausrichtung notwendigen Maßnahmen wie Umbauten am Gebäude und die Akquirierung neuer Standbetreiber einleiten zu können, kaufte die Stadt Anfang des Jahres den bisherigen Eigentümern – der Landwirtschafts- und Wirtschaftskammer – die Markthalle um einen symbolischen Euro ab.

Als neuer Geschäftsführer wurde der ehemalige Marketingleiter der Hypo-Tirol-Bank, Peter Meraner, angeworben. Sein Auftrag lautete, unter dem Motto „Kauferlebnis“ ein neues, urbanes Konzept zu erstellen. Neun Monate später präsentiert sich der älteste Markt Tirols, der gleichzeitig der einzige Tagesmarkt Innsbrucks ist, in einem ganz neuen Gewand.

„Die Markthalle soll ein Ort sein, wo sich Menschen treffen, wo sie genießen und gerne verweilen“, sagt Meraner. „Wir wollen mit frischen Produkten punkten und setzen auf eine hohe Beratungskompetenz. Hier könnte ein Flair entstehen wie auf dem Wiener Naschmarkt.“

Öffnung an der Inn-Seite

Neben der Sanierung und Modernisierung des Gebäudes soll die Öffnung der Halle auf der Inn-Seite zur Attraktivität des Marktes beitragen. Wo sich früher eine Kurzparkzone befand, reihen sich daher seit einigen Wochen zahlreiche alte und neue Stände bzw. Lokale aneinander – das letzte eröffnete am Montag.

„An einem der schönsten Plätze Innsbrucks mit Blick auf die historische Häuserfassade von St. Nikolaus und die Nordkette laden diese Lokale zum Verweilen, Kommunizieren und Gustieren ein“, so Meraner. „Die Öffnung mit der Terrasse neben dem Inn – dafür wurden die Parkplätze an die Westseite der Halle verlegt – war für mich eine der wichtigsten Bedingungen für meine Zusage als Geschäftsführer. Ich kenne keine Markthalle in Österreich, die sich nicht auch nach außen hin positioniert.“

Die große Herausforderung sei nun, den Mix an hochwertigen Produkten aufrechtzuerhalten und das Sortiment ständig auszutauschen und zu erweitern. „An erster Stelle werden für die Markthalle immer die regionalen Landwirte sein“, betont Meraner. „Künftig sollen hier aber auch vermehrt Produkte zu finden sein, die nicht aus der Umgebung stammen. Orientalische Gewürze und Öle etwa.“ Das Angebot soll auf ein „Großmarktniveau“ gehoben werden. Asiatisches, Wild, Geflügel – all das müsse es in der Markthalle wieder geben.

So wurde etwa der Geflügel- und Wildspezialist Fürbass mit ins Boot geholt. Vinum.in bietet ausgesuchte Weine, Tapas und Aufstrich, während Soultan's als einziges Geschäft Innsbrucks türkische Spezialitäten im Sortiment hat. Neben einer traditionellen türkischen Küche werden den Gästen dort auch exotische Gewürze und orientalische Süßwaren geboten.

Umbau und Erweiterung geplant

Ein großes Defizit der Markthalle war in den vergangenen Jahren auch das fehlende Angebot an Essig und Ölen. Diese Lücke schließt nun „Vom Fass Innsbruck“, wo es zahlreiche Essigsorten sowie Öle zu kaufen gibt, die allesamt im Fass gelagert sind.

„Ein weiteres Highlight der Markthalle ist die neue Schauküche, bei der saisonale Produkte verkocht werden“, sagt Meraner. „Für die Menüs werden nur Zutaten aus der Markthalle verwendet. Zur Vorstellung der neuen Stände findet seit Montag die Woche der offenen Tür statt, in deren Rahmen heute, Samstag, der Jahresbedarf an 50 Produkten verlost wird.“

Langfristig hat die Stadt im Übrigen vor, die Markthalle komplett umzubauen und bis zur angrenzenden Hochgarage zu erweitern, wie Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer im Gespräch mit der „Presse“ verrät. „Die Markthalle soll auf jeden Fall bestehen bleiben. Geplant sind darüber hinaus ein zweites Hotel der höchsten Kategorie neben dem Hotel Europa und eine Bildungseinrichtung, etwa eine Hochschule“, so Oppitz-Plörer. „In den nächsten zwei Jahren sollten die Gespräche dazu abgeschlossen sein, danach kann die Konzipierung beginnen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.09.2012)

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