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Kirche fordert Pussy Riot zu Buße auf

Pussy Riot
Pussy RiotSergey Ponomarev
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Heute entscheidet das Moskauer Stadtgericht über die Berufung der drei Künstlerinnen von Pussy Riot. Diese waren zu einer Haftstrafe von je zwei Jahren Straflager verurteilt worden.

Moskau/Wien/Ag. Die russisch-orthodoxe Kirche hat die drei inhaftierten Kritikerinnen von Kremlchef Wladimir Putin zur Buße aufgefordert. Die Einsicht der Pussy-Riot-Aktivistinnen werde dann hoffentlich auch das Urteil des Gerichts beeinflussen, teilte Wladimir Legoida vom Moskauer Patriarchat am Sonntag mit. Am heutigen Montag entscheidet das Moskauer Stadtgericht über die Berufung der drei Künstlerinnen von Pussy Riot. Diese waren zu einer Haftstrafe von je zwei Jahren Straflager wegen Rowdytums aus religiösem Hass verurteilt worden.

„Einmal mehr betonen wir, dass solche Aktionen, die die Gefühle der Gläubigen beleidigen, verurteilt werden müssen und nicht ungestraft bleiben dürfen“, hieß es in der Stellungnahme. „Diese Position wird auch von der breiten Mehrheit unserer Mitbürger getragen.“

Fahndung nach weiteren Frauen

Die drei Künstlerinnen von Pussy Riot hatten am 21. Februar in der orthodoxen Kirche in Moskau mit einem „Punkgebet“ gegen eine Rückkehr von Wladimir Putin in den Kreml protestiert. Mehrere Mitglieder der Punkband sind auf der Flucht. Nach sechs weiteren Frauen, die an der Aktion in der Erlöserkathedrale beteiligt waren, wird gefahndet. Die Kreml-nahe Jugendorganisation Naschi hat für Hinweise auf die Identität der Aktivistinnen eine Prämie von 50.000 Rubel (1250 Euro) ausgesetzt.

In der Staatsduma soll wegen der umstrittenen Aktion demnächst ein Gesetz verabschiedet werden, das die Verletzung religiöser Gefühle als Verbrechen bestraft. Vorgesehen sind Haftstrafen bis zu drei Jahre für Gotteslästerer und bis zu fünf Jahre für die Beschädigung von religiösen Heiligtümern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2012)