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Immer mehr Spanier suchen Arbeit in Polen

Immer mehr Spanier suchen
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Eine polnische Arbeitsvermittlung bestätigt den Trend. Chancen haben Ausländer vor allem in den Bereichen Buchführung, IT und Kundenbetreuung.

Menschen aus südeuropäischen Ländern, vor allem aus Spanien, sehen sich wegen der Wirtschaftskrise in ihrem Land immer häufiger nach einer Anstellung auch in Polen um. "Statistiken haben wir noch keine, aber immer mehr Personen schreiben uns mit Fragen über die Lebens- und Arbeitsbedingungen hier", sagte die Sprecherin der spanischen Botschaft in Warschau Natalia Zglinicka der Zeitung "Dziennik".

Den Trend bestätigt eine Arbeitsvermittlung. "Gerade Personen aus Spanien, Griechenland und Italien sind interessiert an einer Arbeit in Polen", so Daria Stefanska von der Agentur SSC/BPO. Chancen hätten die Ausländer vor allem in Dienstleistungszentren in den Bereichen Buchführung, IT und Kundenbetreuung. Manche Arbeitgeber böten Interessenten an, die Kosten für den Umzug zu übernehmen, so Stefanska.

"Es gibt genug Arbeit für Informatiker"

Viele Firmen erhalten Initiativbewerbungen. Monatlich landeten einige bei ihm im Briefkasten, so Marek Kurylowicz vom Architekturbüro Kurylowicz&Associates. Noch mehr solcher Schreiben gehen bei Sprachschulen ein, etwa 20 Spanier hätten seit Mai ihre Lebensläufe geschickt und sich als Lektoren beworben, erklärte Michal Witoluszko von der Sprachenschule "Toledo" in Lodz.

Einige haben die Reise Richtung Nordosten schon angetreten. Diego Garea war während der Fußball-Europameisterschaft im Juni in Polen. Als der 32-jährige IT-Spezialist nach Barcelona zurückkehrte, verlor er den Arbeitsplatz. Deshalb bewarb er sich in dem Land, das er gerade kennengelernt hatte. "Es hat sich gezeigt, dass es hier genug Arbeit für Informatiker gibt", sagte er gegenüber "Dziennik". In einem Monat wolle seine Freundin nachziehen, die seit einem halben Jahr eine Anstellung suche. Zwar seien die Löhne in Polen niedriger, so Garea, dafür aber auch die Lebenshaltungskosten.

Gonzalo Angulo, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physikalische Chemie der Polnischen Akademie der Wissenschaften, würde zwar nach drei Jahren in Warschau gerne wieder nach Spanien zurückkehren. Aber im Moment habe er auf dem dortigen Arbeitsmarkt keine Chancen, so Angulo. Seit seine Schwester, sein Schwager und einige Freunde ihre Arbeit verloren hätten, dächten auch sie über eine Bewerbung in Polen nach.

(APA)