„Österreich – das ist ein sinkendes Schiff“: Frank Stronach, remixed

Was ist los mit Österreich? Wer sind die Österreicher? Wer bin ich? Und was will ich überhaupt? Der steirisch-kanadische Neo-Parteigründer im Originalton, inhaltlich geordnet.

 

Ich mach mir große Sorgen um Österreich. Je mehr ich Österreich anschau, desto mehr Sorgen habe ich. Es wird sehr viel Elend auf Österreich zukommen. Es kann so nicht weitergehen. Das Sozialgefüge, alles bricht auseinander. Das ist ein sinkendes Schiff, da sind so viele Schulden drauf. Es wird tiefer und tiefer in den Abgrund geführt. Wir fahren an die Wand.

Da sind eine halbe Million Bürger, die hören wollen, wer ist der Franz Stronach. Ich bin einer der angesehensten Wirtschaftsmänner der Welt. Ich bin ein Mann des Volkes. Ich bin in keiner Weise radikal. Ich war sehr höflich und nett. Ich denke sehr sachlich. Ich bin 80 Jahre jung und habe viel Energie. Ich habe Erfahrungen. Ich habe Einladungen, tausende, von Ministerpräsidenten, Königen, Königinnen. Ich habe viele Aktivitäten. Ich habe nie einen Fehler gemacht. Ich habe nur Gutes gemacht. Ich weiß, was sind die Gefühle der Leute.

Ich setze eine Bewegung in Bewegung. Ich investiere, was es braucht, damit wir ein großes Sagen haben in Österreich. Was ich will, das werde ich veröffentlichen in der Zeitung. Es kommt bald ein Buch von mir raus, das wird ein Bestseller. Wenn die Bürger das durchstudieren, werden sie sehen, wir haben die beste Lösung. Eine geistige Revolution. Das ist ein sehr wichtiger Tag, der in die Geschichte Österreichs eingehen wird. Ein Tag, der in die Geschichte der Welt eingehen wird. Wir waren alle mit dabei.

Man kann mir Fragen stellen. Das ist a bissl a negative Frage. Das sind jetzt lauter sehr negative Kommentare. Solche Lügen, komplett negativ, wie kannst du in den Spiegel reinschauen? Ich hab jetzt lange zugehört bei unnötigen Fragen. Ich werde nicht diskutieren. Wie kannst du nur so dumm sein? Come on. Dass du das nicht verstehst. Ich hab das schon hundertmal erklärt, aber du lernst nix. Die kommen ja vom Mars. Das sind Losers. Schade, dass wir so die Zeit verschwenden. Lass ma das. Lass ma das. Fertig, Ende, Schluss.

Ich bin die Person, die die Werte vorgibt. Ich schau ganz genau drauf. Ich bin sehr heikel. Das Wichtige sind die Werte. Die Bevölkerung wird meine Werte verstehen. Wenn unsere Werte erst einmal bekannt sind, kann es sich keine andere Partei mehr leisten, andere Werte zu haben. Ich bin der Behüter der Werte. Wer gegen die Werte verstößt, wird ausgeschlossen. Dann wissen wir, wer steht hinter dem Stronach, wer ist gegen den Stronach. Die haben eine Umschulung gebraucht. Die wurden umprogrammiert. Wir machen das laufend, die Umschulungen. Pass auf! Wenn man bedenkt, vor hundert Jahren hat man die Leute noch erschossen.

Frank, warum machst du so was? Ich möchte von niemand dominiert sein. Ich möchte von niemand limitiert sein, sei das von New York aus, von Moskau, von Peking, sei das von Brüssel aus. Die Zeiten, wo ich hungrig war, hab ich mir geschworen, niemals mehr vor jemandem zu kriechen, mich zu bücken oder zu beugen. Manchmal geh ich in den Wald, setz mich auf einen Stein. Das Leben war gut zu mir. Ich bin noch nicht sicher, was ich tun werde, wenn ich älter bin. Man muss eine gewisse Fantasie haben. Aber das Hirn ist kalkulierbar. Es ist leichter glücklich zu sein, wenn man das Geld hat.

(Anm: Alle Sätze sind wörtliche Zitate von Frank Stronach, aus seinen TV-Auftritten der vergangenen Wochen.)


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Zur Autorin:

Sibylle Hamann
ist Journalistin in Wien.
Ihre Website:

www.sibyllehamann.com