Stronach hat fünften Abgeordneten - weitere sollen folgen

Der nächste BZÖ-Mandatar wechselt zur Stronach-Partei
APA/ROLAND SCHLAGER

Der Vorarlberger Christoph Hagen wechselt vom BZÖ zum Team Stronach. Klubstatus wird die Partei vorerst nicht beantragen.Sie rechnet mit weiteren orangen Überläufern.

Das Rätsel um den nächsten Wechsel vom BZÖ ins Team Stronach ist geklärt. Der Vorarlberger Christoph Hagen wechselt vom orangen Bündnis in die neue Bewegung des austro-kanadischen Magna-Gründers.

Mit Hagen hat die Stronach-Partei fünf Abgeordnete im Nationalrat und könnte theoretisch somit Klubstatus beantragen. Da es aber fünf Mandatare bedarf, die bei der letzten Wahl auf der selben Liste angetreten sind, um automatisch Fraktionsstärke zu erlangen, und Stronach-Mandatar Gerhard Köfer aus der SPÖ kommt, wird vorerst kein Klubstatus beantragt. Denn bis Ende Oktober rechne man ohnehin mit weiteren Wechseln aus dem orangen Lager.

Der bereits im August zu Stronach gewechselte Ex-BZÖ-Abgeordnete Robert Lugar gab sich am Freitag zuversichtlich, dass das Team Stronach noch bis Monatsende einen fünften Abgeordneten aus dem Bündnis abwerben kann. Namen wollte er keine nennen, auch werde man seitens Stronachs nicht mehr aktiv auf mögliche Kandidaten zugehen. Die Wechselbereitschaft bei anderen Mandataren sei jedenfalls da. Auch aus der ÖVP hätten bereits vier Abgeordnete Interesse gezeigt. Einen davon habe man aber bereits ablehnen müssen, da man "unbelastete" Abgeordnete wolle.

Insgesamt strebt das Team Stronach bis zur Wahl "sieben bis zehn" Mandatare an, die von anderen Parteien zur neuen Partei wechseln sollen. "Wir wollen eine überparteiliche Plattform", sagte Lugar dazu. Er selbst habe "ganz gute Chancen" auf den Klubchef, wie er auf eine entsprechende Frage erklärte.

Hagen: "Von Bucher im Stich gelassen"

Hagen begründete seinen Wechsel mit "Frustration". Die Vorarlberger Landesgruppe sei von Bündnis-Chef Josef Bucher "im Stich gelassen" worden. Geld hat er eigenen Angaben von Stronach nicht erhalten: "Gar nichts. Ich bin vor einiger Zeit auf ihn zugegangen, weil mir seine Linie gut gefällt." Darunter versteht Hagen unter anderem, dass Stronach "mit Bill Clinton genauso wie mit der kleinen Putzfrau" spreche. In einer nächsten Etappe wird der bisherige BZÖ-Landesobmann Vorarlbergs nun eine Stronach-Landesgruppe in seinem Heimat-Bundesland aufbauen.

Dass Hagen zu Stronach wechselt, kommt nicht wirklich überraschend, war dies doch im orangen Bündnis zuletzt schon vermutet worden. Er selbst hatte sich freilich am Donnerstag noch in Dementis geübt: "Für mich ist das echt witzig. So einen Blödsinn kommentiere ich gar nicht mehr", sagte er am Donnerstag auf einen Wechsel zu Stronach angesprochen.

Das BZÖ hat Hagen übrigens am Freitag aus der Partei ausgeschlossen. Bündniskoordinator Markus Fauland zeigte sich von dessen Wechsel  zu Stronach überrascht: Hagen habe ihm noch gestern, "am Todestag Jörg Haiders", persönlich versichert, nicht zu wechseln, erklärte Fauland und spottete: "Hagen ist ein Paradebeispiel für Wahrheit, Transparenz, Fairness Marke Stronach."

(APA)