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Syrien: Türkei greift über der Grenze in Krieg ein

Syrien Tuerkei greift ueber
Symbolbild türkischer JEt(c) EPA (STRINGER)

Ein türkischer Jet soll einen Hubschrauber des Assad-Regimes im syrischen Luftraum abgedrängt haben - zum Schutz einer Rebellen-Stadt.

Die Türkei macht offenbar ernst: Ein Kampfjet aus Ankara soll am Freitag einen Hubschrauber des Assad-Regimes abgedrängt haben - und zwar über syrischem Territorium. Der Hubschrauber hätte die von Rebellen kontrollierte Stadt Asmarin nahe der türkischen Grenze bombardieren sollen. Das erklärte zumindest ein namentlich nicht genannter türkischer Offizieller der Nachrichtenagentur AFP. Es wäre das erste Mal, dass die Türkei im syrischen Luftraum militärisch eingreift.

Der Vorfall würde jedenfalls ins Bild passen: Am Freitag berichtete die Zeitung "Hürriyet", dass Ankara mindestens 250 Panzer an die syrische Grenze verlegt. Die Planungen für eine mögliche Intervention im Nachbarland liefen auf Hochtouren, meldete das Blatt am Freitag unter Berufung auf Militärkreise. Demnach sind die Planer zu dem Schluss gekommen, dass sich die relativ flache Grenzgegend um die Stadt Akcakale, die vergangene Woche von Syrien aus beschossen wurde, gut für einen Panzerangriff eignen würde. Laut "Hürriyet" sehen die Überlegungen vor, einen Panzereinsatz durch Luftangriffe auf syrische Stellungen vorzubereiten.

Ankara warnt Damaskus

Von offizieller Seite lag zunächst keine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht vor. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat seit dem Tod von fünf Zivilisten beim Einschlag einer syrischen Granate in Akcakale am 3. Oktober mehrmals erklärt, die Türkei wolle keinen Krieg mit Syrien, müsse sich aber auf alle Eventualitäten vorbereiten. Generalstabschef Necdet Özel warnte Syrien vor "noch heftigeren" Reaktionen der Türkei, sollte der grenzüberschreitende Beschuss anhalten.

Laut "Hürriyet" werden an der Grenze inzwischen Stellungen für die türkischen Truppen ausgehoben. Auch die Zahl der Artillerie-Einheiten sowie der Kampfflugzeuge in der Grenzgegend sei erheblich aufgestockt worden. Die Zeitung zitierte einen ungenannten Militärvertreter mit den Worten, Ziel einer möglichen Intervention wäre es, die syrische Seite der Grenze unter türkische Kontrolle zu bringen. Ob die Türkei einen solchen Schritt für nötig erachten werde oder nicht, hänge vom Verhalten der Syrer ab.

(APA/AFP)