E-Wirtschaft: Lostage für die Stromlösung

Der Verbund lässt Synergiepotenzial extern prüfen.

Wien. Drei Jahre lang wurde über die Österreichische Stromlösung (ÖSL) verhandelt. Zuletzt mit sehr geringen Aussichten auf Erfolg. Die Verbundgesellschaft hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Bedenken über das Vorhaben geäußert: Die geplante Kooperation von Verbund mit der so genannten Energieallianz (Energieversorger aus Niederösterreich, Wien, Oberösterreich und dem Burgenland) werde kaum die erwarteten Synergien bringen, beklagte Verbund-Chef Hans Haider mehrmals. Österreichs größter Stromproduzent wolle "lieber allein bleiben".Jetzt hat sich der Verbund Argumentationshilfe geholt: Wie "Die Presse" aus dem Konzern erfuhr, wurde bereits vor einigen Wochen der renommierte internationale Unternehmensberater Booz Allen Hamilton beauftragt, die Sinnhaftigkeit des Projektes zu eruieren. Offenbar ist dem Verbund sehr daran gelegen, eine objektive Beurteilung des Projektes zu erhalten, das seit jeher vor allem von politischer Seite forciert worden ist. Konkret sollen die Berater drei Punkte überprüfen: das Zustandekommen von Synergien durch die ÖSL; die Marktfähigkeit der Konstruktion; den Wertsteigerungsbeitrag für den Verbund.

Der Auftrag sei in Abstimmung mit dem Verbund-Eigentümervertreter, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP), erfolgt, heißt es. Mit einem endgültigen Ergebnis sei "demnächst" zu rechnen.

Offiziell schweigt der Verbund zu diesem Thema eisern. Inoffiziell ist aber zu erfahren, dass der Konzern-Vorstand laufend von Booz Allen über den Stand der Prüfung informiert werde. Und diese bisherigen Ergebnisse seien für das Projekt ÖSL "absolut vernichtend". Für den Verbund gäbe es, so der Zwischenstand, kein nennenswertes Synergiepotenzial.

Bei Vorlage des Endberichtes werde es zunächst zu einer internen Auswertung der Ergebnisse kommen, verlautet aus dem Verbund. Dann sei mit einem endgültigen "Ja" oder "Nein" zum Projekt zu rechnen.

Minister Bartenstein hatte die ÖSL-Verhandler zuletzt gebeten, bis zum Sommer das Projekt "entscheidungsreif" zu machen.

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