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Syrien bietet Türkei Sicherheits-Zusammenarbeit an

Syrien bietet Türkei Sicherheits-Zusammenarbeit an
Türkisch-syrische GrenzeREUTERS
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Syrien versucht im zunehmenden Konflikt mit der Türkei zu kalmieren. Ankara warnt: Bei neuen Grenzverletzungen werde man "ohne Zögern" zurückschlagen.

Nach mehreren Grenz-Vorfällen hat Syrien einen gemeinsamen Sicherheitsausschuss mit der Türkei vorgeschlagen. Dieser solle einen "Mechanismus zur Überwachung der Grenze unter Respektierung der nationalen Souveränität festlegen", erklärte das syrische Außenministerium am Samstag.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu warnte unterdessen, sein Land werde bei weiteren Grenzverletzungen durch Syrien "ohne Zögern" zurückschlagen. Die türkische Armee hatte in den vergangenen Wochen mehrfach auf grenzüberschreitenden Beschuss reagiert.

Davutoglu war zuvor mit dem deutschen Außenminister Guido Westerwelle in Istanbul zusammengetroffen. Westerwelle mahnte den Nato-Partner Türkei angesichts der zunehmenden Spannungen mit Syrien zu Zurückhaltung. Er forderte seinen Amtskollegen auf, die bisherige "besonnene Haltung" fortzusetzen. Zugleich sicherte er der Türkei Deutschlands Solidarität zu.

Erdogan fordert Reform des Sicherheitsrates

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wirft den Vereinten Nationen  Handlungsunfähigkeit vor. So wie die UNO vor zwanzig Jahren tatenlos dem Morden auf dem Balkan zugesehen hätte, so sprachlos seien sie angesichts der Syrien-Krise, wetterte Erdogan am Samstag. Wegen der anhaltenden Vetos der beiden ständigen Ratsmitglieder Russland und China gegen alle Syrien-Resolutionen verliere der Weltsicherheitsrat in den Augen aller "Unterdrückter" weltweit seine Legitimität.

Er schlug vor, den UNO-Sicherheitsrat so umzubauen, dass er "gerechter und wirksamer" werde und die Interessen der UNO-Mitglieder besser repräsentiere als bisher. Dabei müsse auch der wachsende Einfluss von Schwellenländern wie der Türkei, Brasilien, Indien oder Indonesien Berücksichtigung finden: "Der " betonte Erdogan.

Zwischen der Türkei und Syrien hat sich der Ton in den vergangenen Tagen deutlich verschärft. Im türkischen Grenzgebiet schlagen immer wieder Granaten aus Syrien ein. Die Türkei feuert zurück. Die Beziehungen sind zudem belastet, weil die Türkei am Mittwoch ein syrisches Passagierflugzeug auf dem Weg von Moskau nach Damaskus zur Landung in Ankara zwang. An Bord sollen Rüstungsgüter gewesen sein, die angeblich in Russland geladen worden waren.

In Syrien selbst dauerten die Kämpfe weiter an, Aktivisten meldeten Dutzende Tote. Die in London ansässigen syrischen Menschenrechtsbeobachter berichteten von Luftangriffen des Regimes auf die von Rebellen kontrollierten Gebiete in Idlib. In der grenznahen Region war es zuvor zu einer neuen Eskalation gekommen - als die türkische Luftwaffe am Freitag als Reaktion auf Bombardements syrischer Kampfflugzeuge unweit der Grenze Warnmanöver flog.

(APA/dpa/Red.)