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Frieden? Ach so...

Jetzt hat also die EU den Friedensnobelpreis.

Jetzt hat also die EU den Friedensnobelpreis. Nämlich weil sie bzw. ihre Vorgängerin „EG“ so toll für Aussöhnung, Demokratie, Menschenrechte (und eben Frieden) nach all den großen Kriegen in Europa gesorgt habe.

Das ist natürlich nicht alles allein den Eliten und denen in Brüssel zuzuschreiben. Andererseits ist das Raunzen gegen diese Entscheidung in jenen Schichten in Österreich, die die EU in etwa so lieb haben wie Kanzler Faymann den U-Ausschuss, auch nervig, aber die können nix anderes. Dass aber Briten-Premier David Cameron zur Verleihung des Preises, der indirekt ja auch sein Land ehrt, stoisch schweigt, ist irgendwie befremdlich: So, als habe sein Königreich, das seit 1973 im Klub ist, von dem Ganzen nichts gehabt. Aber das ist wohl typisch britisch, und die Briten halten vom Kontinent ja so viel wie die Schotten von den Engländern.

Nun ergab indes eine Umfrage, dass nur ein müdes Viertel der EU-Bürger die Union überhaupt mit „Frieden“ verbindet, hingegen steht sie für 41 Prozent für Reisefreiheit. Tja, das hat man von dem ganzen Frieden: Viele wissen nicht mehr, was Krieg denn ist. Und wenn man etwas zu lange hat, schätzt man's nimmer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2012)