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Türkei fordert EU-Asyl für syrische Flüchtlinge

Tuerkei will Aufnahme syrischer
(c) REUTERS (� Osman Orsal / Reuters)

Es sei Zeit, dass Europa endlich helfe, sagt Ankaras EU-Minister. Die Türkei habe bereits 80.000 Flüchtlinge aufgenommen.

Die Türkei hat Europa eindringlich zur Aufnahme syrischer Bürgerkriegs-Flüchtlinge aufgefordert. "Europa sollte über die Menschen nachzudenken beginnen, die aus Syrien in die Türkei geflohen sind", sagte der türkische EU-Minister Egemen Bagis der "Welt" . "Mittlerweile haben wir mehr als 80.000 Flüchtlinge auf unserem Boden." Schätzungen der UNO zufolge flohen insgesamt mehr als 300.000 Menschen aus Syrien.

Es werde Zeit, dass Europa "endlich" helfe, erklärte Bagis. Bisher sei aus der EU sehr wenig gekommen. Die EU müsse auch mehr finanzielle Hilfe leisten, ergänzte der EU-Minister. Den Grund für die europäische Zurückhaltung sieht der AKP-Politiker in der Schuldenkrise: "Europa befindet sich in einem Zustand eingefrorenen Denkens. Es kommt nicht voran, weil es vollkommen auf die Euro-Krise fixiert ist."

"Wollen ihr Land nicht auf Dauer verlassen"

Die EU-Außenminister verschärften am Montag die Sanktionen gegen Syrien. Der deutsche Vertreter Guido Westerwelle zeigte sich nach den türkischen Forderungen aber skeptisch. Flüchtlinge sollten seiner Ansicht nach vorrangig in den Nachbarländern wie der Türkei aufgenommen werden. "Der klare Schwerpunkt muss sein, die Flüchtlinge vor Ort zu versorgen", sagte Westerwelle am Montag. "Diese Flüchtlinge wollen ja nicht auf Dauer ihr Land verlassen, sie haben Verwandte, sie haben ihre gesamten persönlichen Beziehungen zu dem Land, und sie wollen möglichst schnell zurück in das Land."

Westerwelle sagte aber erneut zu, dass Deutschland im Prinzip bereit sei, "Flüchtlinge bei uns aufzunehmen, zum Beispiel zu medizinischen Behandlungen. Und das wird auch geschehen." Ein solches Vorgehen könne es jedoch nur als gemeinsames Vorgehen der EU und in Absprache mit den Vereinten Nationen geben.

Die Kämpfe in Syrien gingen indes weiter: Dabei hat in der Wirtschaftsmetropole Aleppo die Umayyaden-Moschee in der Altstadt schweren Schaden genommen. Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurden in der im 8. Jahrhundert erbauten Moschee Teppiche verbrannt, Fensterscheiben zertrümmert und kostbare Gegenstände entwendet. Reliquien, die nach der Überlieferung vom Propheten Mohammed stammten, verschwanden aus einer Truhe.

(APA/Reuters)