Begas-Affäre: Konto von Ex-Vorstand soll geöffnet werden

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Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hat eine Kontoöffnung bei Rudolf Simandl beantragt. Er wird der Untreue und Abgabenhinterziehung verdächtigt.

Nach einer Hausdurchsuchung im August hat die Justiz auch die Finanzen des früheren Begas-Vorstandes Rudolf Simandl unter die Lupe genommen. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt (StA) hat eine Kontoöffnung bei dem fristlos entlassenen Manager beantragt, berichtete das "WirtschaftsBlatt". Laut dem Bericht, der sich unter anderem auf die Anordnung der StA Eisenstadt zur Kontoöffnung beruft, wird Simandl der Untreue und der Abgabenhinterziehung verdächtigt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Verdacht stütze sich auf eine Selbstanzeige Simandls beim Finanzamt sowie auf einen Bericht des Landeskriminalamts Burgenland, der seinerseits auf dem Ergebnis einer Sonderprüfung bei der Begas aufbaue. Diese war nach Beschluss des damaligen Aufsichtsrates von der M&A Treuhand und der Rechtsanwaltskanzlei Lansky, Ganzger &Partner durchgeführt worden.

Prämienzahlung kassiert

Der frühere BEGAS-Vorstand soll sich laut "WirtschaftsBlatt" entgegen den Bestimmungen seines Vertrages 26.979 Euro Urlaubsabfindungen ausbezahlt sowie weitere 53.316 Euro gegenverrechnet haben. Zusätzlich soll er Prämien kassiert haben, obwohl die Ziele nicht erreicht worden seien. Weiters wird dem früheren BEGAS-Vorstand vorgeworfen, eine überhöhte Urlaubsabfindung von 88.047 Euro sowie überhöhte Kilometergeldabrechnungen von 8.505 Euro kassiert zu haben.

Neben Simandl wird von der Staatsanwaltschaft laut "WirtschaftsBlatt" auch ein weiterer Beschuldigter geführt. Dabei gehe es um eine Auftragsvergabe ohne Ausschreibung an den Inhaber eines Planungsbüros mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro zu für die Begas ungünstigen Konditionen. Im Gegenzug sollen Kickbackzahlungen in noch unbekanntem Ausmaß an Simandl erfolgt sein.

(APA)

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