Adria Airways wieder in finanziellen Turbulenzen

Liquiditätsbedarf. Ohne einen Kredit von 9 Millionen Euro überlebt die slowenische Fluglinie nach Angaben des Vorstandes den Winter nicht.

Ljubljana. Die nationale slowenische Fluggesellschaft Adria Airways, die im Vorjahr mit einer Kapitalspritze von 50 Mio. Euro der Pleite entgehen konnte, übertrifft nach eigenen Angaben die Pläne aus dem Sanierungsprogramm. Trotzdem schlägt der Vorstand der maroden Fluglinie Alarm: Ohne einen ausstehenden Betrag von 9 Mio. Euro aus einem bereits vereinbarten Kredit wird Adria den Winter nicht überleben.

Bei der Summe handelt sich um ein bei der vorjährigen Rekapitalisierung vereinbartes Darlehen, wie slowenische Medien berichten. Die Banken stellten damals fest, dass Adria wegen eines positiven Geldflusses die 9 Mio. Euro erst im Herbst brauchen wird. Von der slowenischen Großbank NLB (Nova Ljubljanska Banka) erwartet Adria 8,2 Mio. Euro, von der UniCredit-Tochter 800.000 Euro, wie zuvor die Wirtschaftszeitung "Finance" berichtete. Damit will das Unternehmen das negative Betriebskapital während der Wintersaison decken.

Laut Adria-Vorstandschef Klemen Bostjancic, der die alarmierende Ankündigung über einen möglichen Untergang am Dienstag machte, hat das Unternehmen bereits im September mit dem Geld gerechnet. Doch es spießt sich bei der Erfüllung von Bedingungen: Obwohl der Sanierungsplan erfüllt wird, stört es die Banken, dass Adria immer noch zu viele Flugzeuge und damit zu viel Personal hat. Nach Berichten der Tageszeitung "Delo" und "Finance" handelt sich dabei um zwei seit 2010 gemietete Airbus A319, die das Unternehmen jährlich 5,5 Mio. Euro kosten.

Die Fluggesellschaft soll dem im Vorjahr eingeleiteten Sanierungsplan zufolge 2013 wieder aus den roten Zahlen kommen. Heuer soll der operative Verlust laut dem Vorstandschef bei 7 Mio. Euro liegen. Adria wird in der Wintersaison auch unprofitable Flugstrecken einstellen. Unter anderem werden Flüge nach London gestrichen, wohin Adria bis jetzt viermal pro Woche geflogen war. Ab Sommer soll nach London nur noch ein Charterflug einmal pro Woche fliegen.

Die mehrheitlich staatliche Adria Airways steht derzeit zum Verkauf. Die Eigentümer haben im August knapp 75 Prozent der Anteile international zum Verkauf ausgeschrieben. Medienberichten zufolge haben mehr als zehn Bieter unverbindliche Angebote gelegt. Offizielle Angaben zu dem Verlauf des Verkaufsprozess gibt es bis dato keine.

Der Anteil von insgesamt 74,87 Prozent wird im Paket vom slowenischen Staat, der staatlichen Investmentgesellschaft PDP und vier Banken verkauft. Die Verkäufer besitzen gemeinsam 99,87 Prozent der Anteile an der Fluggesellschaft. Der Staat ist mit knapp 70 Prozent der größte Aktionär, vier Banken halten gemeinsam fast 28 Prozent. Der Staat will eine Kontrollbeteiligung an Adria Airways behalten.

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