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Gleichheit vor Freiheit

Man kann es mit der Gleichbehandlung auch übertreiben.

Sie oder Ihre Familie wurden von den Kommunisten enteignet, haben sich hier eine neue Existenz aufgebaut und wollen nun Ihre Wohnung vermieten – partout aber an keinen Kommunisten? Vorsicht, künftig könnte Ihnen Schadenersatz drohen. Sie führen ein Hotel, wollen aber keine Russen oder Kinder als Gäste? Es gilt dasselbe.

Man kann all das unsympathisch finden – im letztgenannten Beispiel ist es das auch. Aber dennoch muss es beispielsweise dem Vermieter selbst überlassen sein, wem er seine Wohnung überlässt. Ohne staatlich überwacht und sanktioniert zu werden.

Gleichberechtigung ist ein wichtiger Wert, so ist es etwa bisher schon untersagt, jemanden wegen seiner Hautfarbe zu diskriminieren. Aber man kann es auch übertreiben. Bei privaten Geschäften Rücksicht nehmen zu müssen, ob jemand lesbisch, Sikh oder Anarchist ist und sich eventuell benachteiligt fühlen könnte, führt dann doch zu weit.

So muss eben jeder mit seinen Vorurteilen leben. Auch das ist ein Preis der Freiheit.

 

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)