"Bucher hat keine Eier": Stronach will BZÖ klagen

Stronach will gegen BZoe
Frank Stronach(c) REUTERS (STRINGER/AUSTRIA)

Bündnisobmann Bucher wirft dem Austrokanadier versuchte Bestechung vor. Der Milliardär spricht von "völlig haltlosen Anschuldigungen" und will bei einer Anzeige gegen seine Person ebenfalls rechtliche Schritte setzen.

Der Schlagabtausch zwischen dem BZÖ und Frank Stronach nimmt an Schärfe zu. Der Austrokanadier zeigt sich am Freitag in einem Telefonat mit der Online-Ausgabe der "Kronen Zeitung" empört über "völlig haltlose Anschuldigungen". Sollte Bündnisobmann Josef Bucher ihn und den Abgeordneten Robert Lugar tatsächlich wegen des Verdachts der Bestechung anzeigen, werde er ebenfalls rechtliche Schritte ergreifen und wegen Verleumdung klagen.

Bucher behauptet ja bekanntlich, Stronach habe ihm 500.000 Euro für einen Wechsel offeriert, auch die orangen Mandatare Wolfgang Spadiut und Gerhard Huber sprachen von Angeboten in "beträchtlicher Höhe". Die BZÖ-Abgeordneten hätten allerdings "Charakter bewiesen und sich nicht kaufen lassen", betonte der orange EU-Abgeordnete Ewald Stadler in der "ZiB 2" am Donnerstag. Er nutzte seinen Auftritt in der Sendung auch dazu, "Stronach, vulgo Strohsack" immer wieder ins Lächerliche zu ziehen.

"Weil der hat keine Hoden"

Stronach wies die Vorwürfe nun einmal mehr dezidiert zurück. Gespräche mit Bucher habe es gegeben, und die 500.000 Euro seien für den Wahlkampf gedacht gewesen, falls er, Stronach, sich zu einer Unterstützung des BZÖ entschlossen hätte. Sie waren aber "keinesfalls für Bucher selbst" gedacht. Zu einer Unterstützung sei es aber nicht gekommen. Die anderen beiden Abgeordneten kenne er gar nicht: "Ich habe nie mit ihnen telefoniert und sie auch nie getroffen."

Auf die Frage, warum aus der Kooperation mit dem orangen Bündnis nichts geworden sei, meinte der Magna-Gründer, Bucher sei einfach nicht der richtige Partner, um das politische System aufzubrechen. "Weil der hat keine Hoden", so der Milliardär laut "Krone" wörtlich.

Auch im Internet setzt sich der Konflikt zwischen dem BZÖ und dem Neo-Politiker fort. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schickte dessen "Team Stronach" eine ähnliche Botschaft auf die Reise: "Tja, Bucher fehlen einfach die Eier."

Bucher nimmt "Kampf" auf

BZÖ-Chef Bucher ließ die Äußerungen nicht auf sich sitzen und warf dem Neo-Politiker bei der orangen Klubklausur am Freitag erneut vor, Abgeordnete mittels Geld zum Übertritt zu seiner Bewegung bewogen zu haben. Weiters schlug er vor, einen ständigen U-Ausschuss einzurichten - dieser sollte unter anderem auch die bereits erfolgten Wechsel von Mandataren prüfen. Neben den "Stimmenkäufen" sollten aber auch die Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria oder der Kommunalkredit durchleuchtet werden, so seine Forderung.

Stronach bezeichnete er erneut als "tollwütigen Milliardär", der "in einem Land, das gar nicht seine Heimat ist", seine "politischen Triebe" ausleben wolle. Er werde diesen Kampf aufnehmen, "gegen diese Ungerechtigkeit, die da gerade abläuft", betonte Bucher. "Ich bin überzeugt davon, dass wir das schaffen, denn die Ehrlichkeit, Wahrheit und Fairness ist auf unserer Seite", sagte er in Anspielung auf Stronachs "Werte"-Motto.

Auf einen Blick

Das BZÖ kündigte am Mittwoch eine Strafanzeige gegen Frank Stronach wegen versuchter Bestechung an. Parteiobmann Josef Bucher und zwei weitere Abgeordnete (Wolfgang Spadiut, Gerhard Huber) behaupten, der Industrielle hätte ihnen "beträchtliche Summen" für einen Wechsel zu seiner Partei geboten.

Vier Ex-BZÖ-Mandatare wechselten bereits zum Team Stronach: Robert Lugar, Erich Tadler, Elisabeth Kaufmann-Bruckberger und Christoph Hagen. Ein Fünfter soll Ende des Monats folgen. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um den Kärntner Stefan Markowitz (er dementiert das).

(Red./APA)