Als Belastungsfaktor verwiesen Händler auf Gewinnmitnahmen, nach den deutlichen Kursgewinnen der vergangenen vier Handelstage.
Nach vier Gewinntagen in Folge haben die Leitbörsen in Europa am Freitag einen Gang zurückgeschaltet und überwiegend leichter tendiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel bisher um 18,10 Einheiten oder 0,70 Prozent auf 2556,09 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.05 Uhr mit 7.401,95 Punkten und einem Minus von 35,28 Einheiten oder 0,47 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verringerte sich um 8,47 Zähler oder 0,14 Prozent auf 5908,58 Stellen.
Als Belastungsfaktor verwiesen Händler auf Gewinnmitnahmen, nach den deutlichen Kursgewinnen der vergangenen vier Handelstage. Negative Impulse kamen unterdessen aus New York, wo am Vorabend die enttäuschenden Quartalsergebnisse der US-Konzernen Google und Microsoft für Verluste gesorgt hatten. In Europa rückte indes die Einigung der EU-Regierungschefs auf einen Fahrplan bei der europäischen Bankenaufsicht in den Fokus.
Dem Bankensektor kamen die Beschlüsse in Brüssel allerdings nicht zugute. Zudem hatte sich die Ratingagentur Moody’s kritisch zu den deutschen Banken geäußert und ihren Ausblick für das deutsche Bankensystem auf negativ belassen. Vor diesem Hintergrund sackten im Euro-Stoxx-50 die Titel der Deutschen Bank am meisten ab und verbilligten sich um 2,70 Prozent. Knapp davor notierten BBVA (minus 1,97 Prozent) und UniCredit (minus 1,88 Prozent). Der Beschluss des EU-Gipfels sieht eine Einigung auf den rechtlichen Rahmen einer gemeinsamen Bankenaufsicht bis Jahresende vor. Die Aufsicht soll dann im Jahr 2013 schrittweise ihre Arbeit aufnehmen.
Gut gesucht waren hingegen mehrere Titel aus der Autobranche. Insbesondere die deutschen Werte von Continental (plus 1,33 Prozent), BMW (plus 2,05 Prozent) oder Volkswagen (plus 1,04 Prozent) konnten zulegen. Ein Händler begründete die Kursgewinne unter anderem mit Quartalszahlen des französischen Autozulieferers Valeo. Dieser hatte dank gut laufender Geschäfte in Asien und den Schwellenländern seinen Umsatz gesteigert. Valeo-Aktien legten in Paris um 3,67 Prozent zu.
Den Spitzenplatz im Euro-Stoxx-50 nahmen unterdessen Carrefour ein und sprangen um 6,69 Prozent nach oben. Der französische Einzelhandelskonzern hat sein Kolumbien-Geschäft für zwei Milliarden Euro an die chilenische Gruppe Cencosud verkauft. Der Verkauf sei Teil der Strategie, sich auf Märkte zu konzentrieren, in denen der Konzern eine starke Position innehat oder anstrebt, hieß es.
(APA/dpa-AFX)