Fleischskandal in Schweden: Schwein zu Rind „umgeschminkt“

Symbolbild Schweinefleisch
Symbolbild Schweinefleischdpa/Bernd Thissen

Der Stoff, der das bleiche Schweinefleisch tiefrot färbte, bereitet den Behörden Sorgen. Experten glauben, dass Strafen zu gering seien, um Schwindler abzuhalten.

Kopenhagen/Gam. Für ein „argentinisches Rinderfilet“, wie auf der Verpackung angegeben, war das Fleischstück etwas klein. Doch der Preis war niedrig, und so fischten viele Schweden das Angebot aus dem Tiefkühlregal. Manche wurden dann beim Festschmaus enttäuscht: Das Fleisch war hart, der Geschmack anders, als er sein sollte. Manchen fiel nichts auf. Auch Lokale kauften die Lieferung aus Ungarn.

Ein unzufriedener Kunde beklagte sich allerdings beim Zwischenhändler Svensk Cater: War das wirklich Fleisch aus der Pampa? Man schickte Proben zur Laborkontrolle, und die ergab: Was da als Rindfleisch argentinischer oder ungarischer Provenienz deklariert war, war in Wirklichkeit Schweinsfilet, mit Farbstoff derart umgeschminkt, dass es zumindest in gefrorenem Zustand die Kunden täuschen konnte.

Ein Nebenaspekt des Betrugs: „Es ist respektlos gegenüber Menschen, die aus ethischen oder religiösen Gründen kein Schwein essen“, sagt Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson. Auch der Stoff, der das bleiche Schweinefleisch tiefrot färbte, bereitet den Behörden Sorgen. „Wer so weit geht, dass er Schwein zu Rind umschminkt, kümmert sich wohl auch nicht um Grenzwerte“, glaubt Jan Bertoft, Generalsekretär des Konsumentenverbandes. Ob der Skandal Folgen hat, da ist er skeptisch: Die Sanktionen für Lebensmittelbetrug seien viel zu schwach, um Schwindlern das Handwerk zu legen.