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Derby-Sieg: Die Austria beginnt Rapid zu mögen

Austria beginnt Rapid moegen
(c) APA/HERBERT P. OCZERET (HERBERT P. OCZERET)
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Die Wiener Austria gewann das 303. Derby mit 2:0, Alexander Gorgon traf als violetter Held im Doppelpack. Hütteldorfer Fans sorgten für Ausschreitungen.

Rapid in Favoriten, das war in der Vergangenheit meistens keine Offenbarung. Schon das letzte Derby hatte für den Rekordmeister mit einer Ernüchterung geendet, die Wiener Austria war im Hanappistadion mit 3:0 als klarer Sieger vom Platz gegangen. Die Tordifferenz der letzten sechs Derbys lautete 1:10. Die Rollen waren also eigentlich klar verteilt.

Das gestrige 303. Wiener Derby wurde nun zur Generalprobe für das Heimspiel in der Europa League am Donnerstag gegen Bayer Leverkusen ausgerufen, aber Grünweiß konnte die schwarze Serie nicht stoppen. Rapid ging mehr oder weniger sang- und klanglos mit 0:2 unter.
Die Austria hatte zuletzt Gelassenheit demonstriert, obwohl man daheim in dieser Saison bereits wertvolle Punkte liegen gelassen hat.

„Ich sehe keine Vorteile für Rapid“, hat Trainer Peter Stöger sogar posaunt. Er sollte mit seiner Einschätzung zunächst einmal gar nicht so falsch liegen. Denn die Hütteldorfer fanden gar nicht ins Spiel, hatten obendrein offenbar das falsche Schuhwerk gesetzt. Grünweiß lieferte eine Rutschpartie, wirkte überfordert – und nicht wie eine Spitzenmannschaft.

Steffen Hofmann unersetzbar

Vor dem Duell der beiden Erzrivalen fielen einige Fans aus dem Rahmen. Es kam zu unschönen Szenen, die keiner sehen will. Geschätzte 100 Rapid-Anhänger hatten sich versammelt, um offenbar eine Schlägerei in der Nähe des violetten Fanshops anzuzetteln. Nach Angaben der Polizei forderten die Ausschreitungen drei Verletzte, auch ein Kind soll sich darunter befinden. Die Exekutive hielt rund 20 Rapid-Anhänger zur Identitätsfeststellung fest. Es wurde auch vermutet, dass sich auch einige Fans, die mit Stadionverboten belegt sind, darunter befanden.


Die Mannschaft von Trainer Peter Schöttel machte auf dem Rasen von der ersten Minute an den Eindruck, als ob man in die Rolle des Kaninchens geschlüpft sei. Kapitän Steffen Hofmann ging an allen Ecken und Enden ab, er laboriert immer noch an einer Augenverletzung und ist auch gegen Leverkusen fraglich. Ohne den verlängerten Arm des Trainers aber fehlt Grünweiß der Denker und Lenker – zumindest im Derby war er nicht ersetzbar.

Die Gastgeber machten von Beginn an Druck, bereits in der zweiten Minute hätte Hosiner sein erstes Derby-Tor für Violett bejubeln können, aber der Ex-Admiraner verfehlte per Kopf nach Jun-Flanke. Eine ähnliche Situation dann in Minute 24, Hosiner vergab erneut per Kopf. Aber Austrias Führung schien nur eine Frage der Zeit. Wie sie zustande kam, war mehr als kurios. Jun hatte den Einfädler gespielt, Rapids Interimskapitän Katzer bei einem Rettungsversuch die eigene Stange geprüft – den Abpraller verwertete Alexander Gorgon (29.).

Wer darauf gewartet hat, dass sich Rapid vielleicht aufbäumen würde, der hat sich falsche Hoffnungen gemacht. Als Gorgon nach der Pause auch noch zum 2:0 traf, war der nächste violette Derby-Sieg bereits in trockenen Tüchern. Auch dieser Treffer war aus Rapid-Sicht ein wenig patschert – Torhüter Königshofer blieb nämlich beim entscheidenden Kopfball wie angeklebt auf der Linie stehen. Ähnliches ist ihm auch schon in der Europa League gegen Rosenborg Trondheim passiert. Die Wiener Austria war den Rapidlern um eine Nummer zu groß, dass Prager Gelb-Rot (74.) gesehen hat, war dann Ausdruck der puren Verzweiflung.