Libyen drängt Rom zu Rückgabe von UniCredit-Anteilen

Konfisziert. Die Übergangsregierung in Tripolis kämpft um libysche Besitztümer im Wert von 1,1 Milliarden Euro, die von Italien beschlagnahmt worden sind.

Rom/Tripolis. Die Übergangsregierung in Tripolis kämpft um libysche Besitztümer im Wert von 1,1 Milliarden Euro, die von Italien beschlagnahmt worden sind. Die Rechtsanwälte der libyschen Investmentbehörde LIA haben am Mittwoch bei einem Berufungsgericht in Rom Antrag auf die Rückgabe der konfiszierten UniCredit-Beteiligungen in Höhe von 1,25 Prozent eingereicht, berichteten italienische Medien. Über die Forderung muss das Berufungsgericht demnächst entscheiden.

Aktienbeteiligungen, Immobilien und Bankkonten, die nach Angaben des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in den Haag direkt auf die Familie des verstorbenen libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi zurückzuführen sind, waren in Italien im vergangenen März beschlagnahmt worden. Laut der Übergangsregierung in Tripolis sind die Beteiligungen im Besitz der LIA und der libyschen Investmentgesellschaft Lafico und sollten daher Libyen zurückgegeben werden. Die Regierung in Tripolis bestreitet, dass ein ausländisches Gericht über die von Gaddafi begangenen Verbrechen urteilen könne.

Zu dem in Italien konfiszierten Gaddafi-Schatz im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro zählt neben dem UniCredit-Anteil eine 0,58-prozentige Beteiligung an der Ölgesellschaft Eni, sowie ein Aktienpaket am börsennotierten Fußballklub Juventus Turin (1,5 Prozent). Konfisziert wurden auch Aktien der Gruppe Fiat Auto im Wert von 622.000 Euro und der Nutzfahrzeugstochter Fiat Industrial im Wert von 883.000 Euro, eine Wohnung im Zentrum von Rom und Grundstücke auf der süditalienschen Insel Pantelleria. Der Strafgerichtshof in den Haag drängt auf den Verkauf dieser Beteiligungen, um die Opfer des Gaddafi-Regimes zu entschädigen. Italien ist mit Malta das einzige Land, das den Forderungen des Gerichts in den Haag nachgegeben und libysches Eigentum beschlagnahmt hat.

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