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Surface: Gespaltene Testberichte zum Windows-Tablet

AP
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Microsofts erster selbst entwickelter PC begeistert mit seinem Design und schreckt mit geringem App-Angebot ab.

Microsoft meint es ernst mit Windows 8. Damit das neue Betriebssystem mit seinem radikalen Paradigmenwechsel auch erfolgreich wird, zieht der Hersteller alle möglichen Register. Das geht sogar so weit, dass Microsoft, eigentlich Software-Spezialist, auch ein eigenes Tablet produziert, um die Vorzüge von Windows 8 anzupreisen. Ein Schritt, der Tech-Urgestein Walt Mossberg vom Wall Street Journal auf All Things D dazu hinreißt, das Surface-Tablet als "historisch" bezeichnet. Das Surface RT erfreut sich großer Nachfrage, in Kanada und Großbritannien ist es bereits ausverkauft. Zahlreiche US-Medien haben es bereits testen können. Allerdings ergibt sich daraus kein klares Bild, was man nun von dem Gerät halten soll.

Paradigmenwechsel

Ein Problem, das beim Testen des Surface auftritt, ist die Tatsache, dass das Betriebssystem zwar Windows heißt, mit bisherigen Versionen aber nur wenig zu tun hat. Nicht nur, dass es Windows 8 ist, dessen Bedienung komplett umgekrempelt wurde, das Surface kommt derzeit auch nur mit Windows RT, einer Variante, die ausschließlich auf Geräten mit ARM-Prozessoren funktioniert. Das hat zwar den positiven Effekt, dass stromsparende Mobilprozessoren genutzt werden können, aber verhindert die Nutzung von älteren Windows-Programmen. Nur die im Windows Store bereit gestellten Apps funktionieren auf Windows RT und Windows 8.

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Genau diese Apps sind aber derzeit das Problem. Der Windows Store füllt sich zwar stetig, allerdings sind die rund 5000 Apps, die derzeit verfügbar sind recht mager im Vergleich zu den Ökosystemen von Apples App Store und Googles Android Play Store. Genau das bemängeln auch alle Tester. The Verge beschert dem Punkt "Ökosystem" dann auch nur vier Punkte auf einer Skala von zehn. Cnet empfiehlt abzuwarten, bis der Windows Store sich mit mehr Apps füllt. Viele wichtige Funktionen werden vom Betriebssystem abgedeckt, und Spiele wie "Cut the Rope" oder "Fruit Ninja" sind enthalten. David Pogue von der New York Times bemängelt aber, dass andere wichtige Apps, wie etwa Facebook oder Spotify, einfach nicht vorhanden sind. Aufgrund des integrierten vollwertigen Internet Explorer 10 lassen sich aber viele der fehlenden Dienste in ihrer Webversion nutzen.

Erstaunlich stabil

Einig sind sich die Tester auch beim Design des Surface. "Schön" und "elegant" sind die Adjektive, die regelmäßig fallen. Auch das innovative Touch Cover, das eine millimeterdünne Schutzhülle mit einem berührungsempfindlichem Keyboard verbindet, findet Anklang. Skepsis rief zuerst die Stabilität des ausklappbaren Ständers hervor, mit dem man das Surface von einem reinen Tablet zusammen mit dem Cover in eine Art Laptop-Ersatz verwandeln kann. Wired-Tester Mathew Honan machte dann die Probe aufs Exempel und versuchte, den Ständer mutwillig kaputt zu machen. Es gelang ihm schlussendlich auch, allerdings nur mit extrem viel Kraftaufwand. Dabei war er nicht einmal sauer auf das Gerät. Honans Fazit ist eines der positiveren, die man derzeit über Microsofts Surface-Tablet finden kann.

(c) Wired

Positiv bewertet auch Engadget das Gerät. Allerdings nur, sofern die Nutzungsgewohnheiten sich auf Spielen, Musikhören, Filmschauen und gelegentliches Arbeiten beschränkt. Für letzteres gibt es eine Vorschauversion von Office 2013 vorinstalliert auf jedem Surface. Sobald die fertige Software da ist, erhält man ein kostenloses Upgrade. Das Gerät sei ein "makellos entwickeltes Tablet", heißt es im Fazit. Allerdings könnte die Akkulaufzeit, die im Engadget-Labor bei 9,5 Stunden festgemacht wurde, noch besser sein.

(Noch) nicht für Österreich

Derzeit bietet Microsoft das Surface-Tablet nur in acht Märkten an, darunter Deutschland. Dort kostet die Basisvariante mit 32 Gigabyte Speicher und ohne Touch Cover 479 Euro. Versionen mit 64 Gigabyte und integriertem Touch Cover sind ebenfalls verfügbar, kosten aber deutlich mehr. Nach Österreich kann das Gerät nur mit einer deutschen Rechnungsadresse bestellt werden. Ob das Tablet hierzulande überhaupt offiziell angeboten werden wird, ist noch offen. Microsoft will hierzu keine fixen Aussagen treffen.

(db)