Neues Fast Food für Wien

Quick
Quick(c) AP (Jacques Brinon)

Die französische Burger-Kette Quick plant Restaurants in Österreich. Wie viele es sein werden, das stehe aber noch nicht fest. Generell legen Burger und Pommes deutlich zu.

Wien. Das Geschäft mit schnellen Snacks boomt – auch in Wien. Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt. Bald könnte auch die französische Burger-Kette Quick, eine der größten Fast-Food-Ketten Europas, in Wien starten. Noch sei zwar nichts spruchreif, heißt es, aber die Verhandlungen zwischen Joachim Richling von der ProRest AG, dem potenziellen Franchise-Nehmer, und Quick stecken dem Vernehmen nach in der finalen Phase. Richling sucht bereits Standorte, noch im November will er den Deal abschließen. Schon 2013 sollen die ersten Läden öffnen. Wie viele es sein werden, das stehe aber noch nicht fest.

Mit Quick könnte ein bisschen Abwechslung in den heimischen Burger-Markt kommen: Denn allen kleinen Feinschmecker-Burger-Buden zum Trotz dominiert McDonald's mit seinen rund 180 Restaurants den österreichischen Markt. Burger King hinkt mit seinen 30 Lokalen hinterher, Subway und Kentucky Fried Chicken kamen nie so richtig vom Fleck.

 

Traditionswirte leiden

„Wir entwickeln uns in Richtung USA“, sagt Willy Turecek, Obmann der Gastronomen in der Wiener Wirtschaftskammer. Klassische Restaurants, besonders alteingesessene Wiener Gasthäuser, leiden unter dem Fast Food. „Traditionswirte werden weniger. In zehn, 20 Jahren wird es kaum noch Unternehmer geben, die bereit sind, zu diesen Bedingungen und Erträgen zu arbeiten“, sagt Turecek. „Wir sind zu billig.“

Und der Preisdruck auf Gastronomen wächst: Pizzaschnitten um einen Euro, Kebab und Nudelboxen um 2,50 Euro fluten die Stadt. „Die Imbissstände werden uns mit ihren Preisen überrollen“, sagt Turecek. Auch die Preise an den Würstelständen seien „nach unten gerasselt“.

Dass die Imbisse mehr werden, bestätigen die Daten der Wirtschaftskammer: 2011 hatte die Kammer in Wien 385 Mitglieder aus der Kategorie „freies Gewerbe der Verabreichung von Speisen und Ausschank von Getränken“ – also alle Betriebe, die Essen über die Theke verkaufen und weniger als acht Sitzplätze haben. Ein Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 253 Mitgliedern. Sämtliche Fast-Food-Anbieter mit solchen Statistiken zu erfassen, sei aber nicht möglich, schließlich betreibt etwa McDonald's laut offizieller Betriebsart Restaurants, und auch Bäcker und Supermärkte sind längst ins Geschäft mit Snacks eingestiegen.

 

Hartes Pflaster Wien

Dabei galt Wien lange als hartes Pflaster für Fast Food: Pizza Hut – damals war der Franchise-Nehmer übrigens die ProRest AG, die es nun mit Quick versuchen will – hat nur wenige Jahre überlebt, aus den geplanten Dutzenden Lokalen wurden nur fünf. Auch die Sandwich-Kette Subway ist 2005 in Österreich in den Konkurs geschlittert, heute steht man mit sechs Niederlassungen in Österreich „noch am Anfang“, arbeite aber „mit Hochdruck“ an der Expansion, heißt es. Auch Kentucky Fried Chicken trat einst mit dem Plan an, an zig Standorten Lokale zu eröffnen – heute sind es vier in Wien.

Auch Burger King gab Österreich in den 1980er-Jahren wieder auf und wagte erst 20 Jahre später einen zweiten Versuch, aktuell ist Burger King die Nummer zwei hinter McDonald's – der US-Riese hält in Österreich noch immer einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent, wie aus einer Regiodata-Studie von 2011 hervorgeht. In der Studie werden dem Segment nach wie vor Wachstumschancen prognostiziert: Besonders, wenn die Ketten und ihre Gerichte jung, frisch und wenn möglich gesund daherkommen.

Ein Konzept, auf das etwa Vapiano setzt. Vier Standorte gibt es mittlerweile in Wien – und die deutsche Kette wächst weiter: Am 8.November eröffnet im neuen Shoppingcenter am Bahnhof Wien Mitte ein Standort, der zu den drei größten Vapianos weltweit zählen wird. Aber, obwohl das Essen schnell auf dem Teller ist, als „Fast Food“ will man sich bei Vapiano nicht bezeichnet wissen. Man nennt das Konzept lieber „Fresh Casual“. Schließlich würden die Speisen frisch zubereitet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2012)

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