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Kate Moss spricht (zu viel)

Kate Moss spricht viel
Kate Moss(c) AP (NATHAN STRANGE)
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Das Supermodel bringt ein Buch heraus – und verrät dafür neuerdings Privates.

Ihr Exfreund Johnny Depp, sagt Kate Moss, habe ihr viel über Ruhm beigebracht. „Er sagte zu mir: Beschwere dich nie, erkläre nie etwas.“

Genau genommen hätte Kate Moss auch das nicht verraten sollen. Basiert doch ihr legendärer Mythos seit Jahren nicht zuletzt darauf, dass sie lieber die Bilder sprechen lässt als den Mund aufzumachen. Nun ist ihr Buch, „The Kate Moss Book“, eh ein Bildband geworden, ein mächtiger Coffeetable-Wälzer, der die eindrucksvolle Karriere des britischen Models illustriert. Doch auch der will verkauft werden. Und dafür tut Kate Moss etwas, das sie sonst tunlichst vermieden hat: Sie gibt Interviews.

Und so hört man neuerdings Dinge, die die 38-Jährige in die Riege der Normalsterblichen rücken. Sie hasse Schappschüsse, erklärt sie „Vanity Fair“ in der Dezember-Ausgabe, und wer will, darf sich freuen, dass er etwas mit Kate Moss gemeinsam hat. „Ich bin schrecklich bei Schnappschüssen. Ich blinzle dauernd“, enthüllt sie. Ebenso wie die Tatsache, dass das glamouröse Leben vor der Kamera sie oft ängstlich, hungrig und demoralisiert zurückgelassen habe. Ja, nicht einmal mit 17 oder 18 Mark Wahlberg, damals noch Marky Mark, für die berühmte Calvin-Klein-Kampagne zu besteigen, habe Spaß gemacht. „Ich bin danach zwei Wochen nicht aus dem Bett gekommen. Ich dachte, ich würde sterben.“

Noch jünger war sie, als sie nackt für „The Face“ posierte – und davor aufs WC weinen ging. Der Heroin-Chic, für den sie stand, habe nichts mit eigenen Gewohnheiten zu tun gehabt. „Ich habe nie Heroin genommen, das hatte absolut nichts mit mir zu tun.“ Sie sei nur einfach dünn gewesen – viel Arbeit, keine Verpflegung. Und die Trennung von Johnny Depp sei ein Alptraum gewesen, sie habe jahrelang geweint. Das ist traurig. Auch, dass Kate Moss ihren Prinzipien untreu geworden ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2012)