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Grüne werben mit "Krone"-Innenpolitiker

Symbolbild(c) Apa (Harald Schneider)

Mit seinem Auftritt in einer Beilage der Grünen im "Standard" sorgte Claus Pándi für Unterhaltung.

In den sozialen Netzwerken war es willkommener Anlass für ein paar launige Dialoge: Claus Pándi, Innenpolitik-Redakteur der „Krone“ und nicht gerade als großer Freund der Grünen bekannt, schien am Dienstag mit Foto in einer vierseitigen (bezahlten) Beilage der Grünen Bildungswerkstatt im „Standard“ (bzw. in der „dastandard“-Beilage) auf. Anlass waren „50 Jahre Arbeitsmigration in Österreich“, Pándis Familie stammt aus Ungarn, sein Vater floh während des Aufstands 1956.

Der Journalist kommentierte seinen Auftritt für die Grünen auf Twitter mit Ironie: Tadellos, dass ich euch als Migrantenfake in der Beilagenbeilage behübsche. Und: Ja, ich vereine in mir sämtliche Positionen des spießigen Basisgrünen.Und dann – eher ohne Ironie: Im Vergleich zu Alev Korun seh ich's nur diametral anders. Was? Eigentlich alles.Alev Korun ist die Integrationssprecherin der Grünen und auf der Titelseite der Beilage abgebildet.

Tatsächlich, sagt Pándi, sei er vom Kontext ein bisschen überrascht worden, er habe vor längerer Zeit für eine Beilage der Grünen ein Interview zum Thema Migration gegeben und sich dann nicht mehr groß darum gekümmert. Der Porträtartikel sei aber in Ordnung (und von ihm vorab gelesen). Es sei ihm nur wichtig zu zeigen, dass er sich nicht als „armes Migrantenschicksal“ sehe. Dem beugt der Schluss des Artikels vor: Pándi sei die „Mitleidlosigkeit mit MigrantInnen“ vererbt worden, steht da.

Dass Korun mit Bild in der als „bezahlten Anzeige“ ausgewiesenen Beilage abgebildet ist, verstößt übrigens nicht gegen das Medientransparenzgesetz: Das Abbildungsverbot in Inseraten gilt nur für bestimmte Politiker – den Bundespräsidenten, die Minister, Landesregierungsmitglieder – und nur für Inserate von aufgelisteten Rechtsträgern, zu denen Bund, Länder, mehrheitlich in deren Besitz stehende Unternehmen und die Sozialversicherungen gehören. Es ist aber nicht generell verboten, Politiker in Inseraten abzubilden. Parteien dürfen es. Auch die Grüne Bildungswerkstatt, die das Inserat bezahlt hat.

Den Lapsus, dass Migrationsforscherin Barbara Herzog-Punzenberger in der Beilage gleich mit zwei Interviews vorkommt (einem redaktionellen und einem in der bezahlten Anzeige), quittiert die Redaktion mit Achselzucken: Man habe „bewusst“ nicht wissen wollen, was in der Anzeige steht.

 

E-Mails an: ulrike.weiser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2012)