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Rebellen feuern auf Assad-Palast, treffen aber Wohnviertel

Rebellen feuern AssadPalast treffen
(c) EPA (SANA HANDOUT)
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Der Angriff hätte eine "Antwort auf die Massaker" in der syrischen Hauptstadt Damaskus sein sollen. Er verfehlte aber sein Ziel. Rund 86 Geschoße schlugen in der Stadt ein.

Syrische Rebellen haben am Mittwoch in Damaskus Granaten auf einen Palast von Präsident Bashar al-Assad gefeuert, stattdessen aber ein überwiegend von Alawiten bewohntes Viertel getroffen. In staatlichen Medien war von mindestens drei Todesopfern die Rede, sieben Menschen seien verletzt worden. Bei Gefechten in der Nähe eines Palästinenserlagers bei Damaskus starben zehn Menschen.

Die islamistische Rebellengruppe "Löwen des Islam" erklärte, sie habe auf den Präsidentenpalast gezielt, ihn aber verfehlt. Ob sich Assad zu dem Zeitpunkt in dem auf einer Anhöhe gelegenen Gebäude aufhielt, ließ sich nicht feststellen. "Dieser Einsatz ist eine Antwort auf die Massaker, die in unserer geliebten Stadt verübt wurden", erklärte die Rebellengruppe. Sie gab an, auch einen Militärflughafen und ein Gebäude des Nachrichtendienstes in der Hauptstadt Damaskus attackiert zu haben.

86 Geschoße schlugen in Damaskus ein

Anwohner berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, schwere Geschoße seien in den Stadtteil Messe 86 in Damaskus eingeschlagen. "Rettungswagen sind im Einsatz", berichtete eine Anwohnerin von Messe 86. "Und die Shabiha feuert wie verrückt mit automatischen Gewehren in die Luft." Diese Miliz ist Assad treu ergeben. Der Angriff auf den Palast erinnerte an einen Anschlag auf einen schwer bewachten Komplex der Führung, bei dem im Juli mehrere ranghohe Offiziere getötet wurden.

(c) EPA (SANA HANDOUT)

Bei einem Bombenanschlag sei zudem ein Richter getötet worden, berichtete das staatliche Fernsehen. Ein Sprengsatz sei unter seinem Auto detoniert. Bei Gefechten in der Nähe eines Palästinenserlagers bei Damaskus töteten Rebellen nach Oppositionsangaben zehn Angehörige der Volksfront für die Befreiung Palästinas-Generalkommando (PFLP-GC). Diese palästinensische Splittergruppe unterstützt Assad. Eine unabhängige Bestätigung für die Angriffe gab es nicht. Die meisten ausländischen Journalisten wurden ausgewiesen.

Um Einigkeit im Widerstand gegen Assads Führung bemühte sich der Syrische Nationalrat, die größte Oppositionsgruppe, in Katar. Dort sollte noch am Mittwoch eine neue Führung gewählt werden. Für Donnerstag ist ein Treffen mit anderen Oppositionsgruppen geplant, um eine aus 50 Personen bestehende Gruppe zu küren, die später eine Übergangsregierung wählen und mit dem militärischen Teil des Widerstandes zusammenarbeiten soll.

(APA/Reuters)