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Verbotene Substanzen in Trendgetränk?

(c) Die Presse (Eva Rauer)
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Deutsche Wissenschaftler entdeckten im Bubble Tea verbotene, Krebs erregende Substanzen. Spätere Untersuchungen konnten die Ergebnisse allerdings nicht bestätigen.

Wien/Kb. Auf dem Höhepunkt des Hypes um Bubble Tea meldeten sich im vergangenen Sommer Wissenschaftler, die das Trendgetränk scharf kritisierten. „Zu kalorienreich und voller künstlicher Zusatz- und Aromastoffe“ sei der vor allem bei Jugendlichen beliebte Tee, monierte die Stiftung Warentest, die exemplarisch vier Sorten untersuchte.

Drei enthielten pro handelsüblichem 500-Milliliter-Becher so viel Zucker wie die gleiche Menge Cola. Pro Portion seien das 50 bis 60 Gramm – so viel wie die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene maximale Tagesdosis für eine erwachsene Frau.

Der vierte Tee im Test übertraf das noch: Er enthielt 90 Gramm Zucker. Das entspreche 30 Stück Würfelzucker in einem einzelnen Becher. Dass die Anbieter ihr Produkt als „natürliches Geschmackserlebnis“ bewerben, wertete die Stiftung Warentest als „Marketingstrategie“. Es handle sich dabei um einen „künstlichen Softdrink“. Ärzte warnten zudem davor, dass sich Kleinkinder bis drei Jahren an den Kügelchen verschlucken könnten. Bubble Tea enthält erdnussgroße Kügelchen, die mit dem Getränk über einen dicken Strohhalm aufgesogen werden. „Geraten die Kügelchen über die Luftröhre in die Lunge, können sie zu einer Lungenentzündung oder sogar zu einem Lungenkollaps führen“, hieß es in der Warnung.

Im August entdeckten Forscher der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen verbotene Substanzen in den Aromakugeln des Tees. Die Chemikalien – insbesondere Styrol, Acetophenon – stünden im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen und Allergien auszulösen. Die Stoffe sollen bei unsauberer Herstellung von Aromastoffen entstehen. Die Kugeln stammten von einem Großhersteller aus Taiwan. Auf die in Lebensmitteln verbotenen Stoffe waren die Forscher bei einem Gerätetest des Mönchengladbacher Herstellers Leco gestoßen.

 

Kein Nachweis

Das Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen fand bei einer späteren Untersuchung allerdings keine Hinweise auf giftige Inhaltsstoffe in den Getränken. Ebenso wenig wie die private österreichische Lebensmittelversuchsanstalt LVA, die den Test im Auftrag des Bubble-Tea-Unternehmens Tea-Licious durchführte und in den Teesorten die Stoffe Styrol und Acetophenon nicht nachweisen konnte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2012)