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Familientragödie in Tirol: Vater ist vermutlich der Täter

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Vater seine beiden Söhne erstochen hat.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Vater seine beiden Söhne erstochen hat.(c) APA/ROBERT PARIGGER (ROBERT PARIGGER)
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Die Ermittler gehen davon aus, dass der Vater seine beiden Söhne getötet hat. Die Opfer dürften sich massiv gewehrt haben. Das Motiv ist noch unklar.

Im Fall der drei Leichen in einem Wohnhaus in Hinterthiersee im Tiroler Bezirk Kufstein gehen die Ermittler davon aus, dass der 51-jährige Vater seine beiden Söhne getötet haben dürfte. Wie Chefermittler Christoph Hundertpfund am Dienstag der Austria Presse Agentur erklärte, deuten Spuren auf heftige Gegenwehr des 13- und des 23-Jährigen hin. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, sei mittlerweile sichergestellt worden. Auch die ersten Ergebnisse der Obduktion der drei Toten untermauert die Annahmen.

Vermutlich bereits um 7 Uhr Montagfrüh dürfte es in der Küche zu der Attacke des Tirolers auf seinen jüngeren Sohn gekommen sein. Dort stellte die Polizei deutliche "Kampfspuren" fest. Offenbar konnte der Bub sich zunächst aus der Küche retten. Seine Leiche wurde im Vorraum gefunden.

Der 23-Jährige wurde im ersten Stock von seinem Vater offenbar im Bett überrascht. Auch dort gab es "Kampfspuren", so die Kriminalisten, der junge Mann dürfte sich ebenfalls gewehrt haben. Seine Leiche weist mehrere Stichverletzungen im Brust-, Bauch- und Rückenbereich auf.

Motiv unklar

Der 51-Jährige wurde von der Polizei in der Badewanne gefunden. Das Tatmesser lag unter der Leiche. Auch der Körper des Vaters weist zahlreiche Stichverletzungen auf. Die genaue Todesursache soll bei der seit den Vormittagsstunden in Innsbruck laufenden Obduktion geklärt werden.

Rätselraten gab es über das Motiv. Ein Abschiedsbrief wurde nicht gefunden. Die Mutter befinde sich "seit einiger Zeit" in stationärer Behandlung in einem Krankenhaus. Sie sei von der Polizei noch nicht kontaktiert worden. Man werde die Frau "zu gegebener Zeit" befragen, sagte Hundertpfund.

Am späten Montagnachmittag war bei der Polizei angezeigt worden, dass der 23-Jährige aus dem Bezirk Kufstein nicht zur Arbeit erschienen sei. Ein Arbeitskollege hatte den als zuverlässig geltenden Mann vermisst, Nachschau gehalten und die Leichen entdeckt.

Fassungslosigkeit im Ort

In dem kleinen Ort Hinterthiersee herrschte unterdessen Fassungslosigkeit. Laut Bürgermeister Hannes Juffinger gab es für die Bluttat keinerlei Anzeichen. Die Familie sei gut in das Dorfleben integriert gewesen. Der Familienvater war in mehreren Vereinen engagiert. Unter anderem war er bei der Feuerwehr aktiv. Der Vater habe zudem einen großen Verwandtenkreis im Ort gehabt. Es habe nie Anzeichen für irgendwelche Unstimmigkeiten gegeben, auch seien keine Hinweise auf Krankheit oder Alkoholismus vorgelegen. "Wir sind alle fassungslos und können uns nicht vorstellen, was zu der Tat geführt hat", sagte Juffinger.

Der idyllische Ort Hinterthiersee liegt auf dem Hochplateau des Thierseetales und gehört zur Gemeinde Thiersee. Das kleine Bergdorf unmittelbar an der bayrischen Grenze liegt in etwa 900 Metern Höhe und zählt rund 600 Einwohner.

(APA)