Bulle und Bär: Der Ursprung der ewigen Börse-Rivalen

Bulle Baer Woher kommen
(c) AP (Michael Probst)

Bulle und Bär symbolisieren seit Jahrhunderten den Kampf zwischen Optimisten und Pessimisten. Doch woher kommen die Rivalen eigentlich?

Seit Jahrhunderten symbolisieren Bulle und Bär steigende bzw. fallende Kurse. Doch woher kommen die Bezeichnungen? Der Ursprung des ungleichen Paares ist nicht eindeutig geklärt, dennoch sollen hier die glaubwürdigsten Erklärungsversuche dargestellt werden.

Die Gegenspieler dürften zumindest bis in das Jahr 1688 zurückreichen, als der spanische Literat Don Joseph de la Vega mit "Die Verwirrung der Verwirrungen" das wohl älteste Buch über die Börse schrieb. Der Spanier fühlte sich beim Besuch der Börse in Amsterdam an südamerikanische Stierkämpfe erinnert. Deren Besonderheit: In manchen Arenen mussten Bullen gegen Bären kämpfen.

Bär schlägt mit Tatze von oben nach unten

Auch die Schlagbewegung der Tiere könnte eine Erklärung bieten: Schlägt ein Bär mit der Tatze auf sein Gegenüber ein, erfolgt die Bewegung von oben nach unten. Der Bulle stößt seine Hörner von unten nach oben. Auf Aktien umgelegt: Bären prügeln die Kurse nach unten, Bullen treiben sie nach oben.

Andere meinen, dass Bulle und Bär ihren Ursprung im London des 17. Jahrhunderts haben, wie "Die Welt" schreibt: "In der Hoffnung auf Kursstürze verkauften Spekulanten Aktien, die sie nicht besaßen, sie verkauften das Fell des Bären, ehe er erlegt war." Der Vergleich mit den modernen Leerverkäufern ist übrigens nicht weit hergeholt. Wie der Bulle hinzukam? Um die Zeit wurden am Themse-Ufer Bären- und Bullenkämpfe ausgetragen, auf die Spekulanten wetteten. So wurde der Bulle zum Gegenspieler des Bären.

Tipp: "Sich nicht mit Aktien verheiraten"

Durchgesetzt haben sich die beiden Rivalen aber nicht überall. Während sie im englischsprachigen Raum, aber auch in Deutschland und Österreich Einzug gehalten haben, verweigerten sich etwa die Franzosen. Dort ist noch immer von "Hausse" und "Baisse" die Rede.

Ungeachtet davon, ob Bulle und Bär nun auf den Literaten de la Vega zurückzuführen sind, manche der von ihm beschriebenen Börseprinzipien haben bis heute Gültigkeit: "Der Grundsatz der erfahrensten Spekulanten ist, sich nicht mit den Aktien zu verheiraten. Wenn ihr aber in die Schlingen der Spekulation geratet, so macht lieber nur ein kleines Geschäft mit geringerem Nutzen; denn wenn ihr wenig macht, seid ihr immer imstande, dem Geschäft leicht eine Wendung zu geben."