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Lehrerausbildung: Unis bringen sich in Stellung für Reform

Lehrerausbildung Unis bringen sich
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Mittlerweile stellen alle Unis, die Lehrerausbildung anbieten, das Thema stärker ins Zentrum. Damit wollen sie ihre künftige Position stärken.

Die Universitäten sind startklar für eine künftige gemeinsame Ausbildung aller Pädagogen. "Alle sind darauf vorbereitet", sagt die Generalsekretärin der Universitätenkonferenz (uniko), Elisabeth Fiorioli. Mittlerweile haben alle großen Unis, die eine Lehrerausbildung anbieten, dieses davor mitunter vernachlässigte Thema stärker ins Zentrum gestellt und gebündelt. Damit wollen die Unis Wien, Salzburg, Graz, Klagenfurt und die Uni Innsbruck, die am heutigen Freitag ihre "School of Education" eröffnet, ihre Position im Rennen um die Führungsrolle in der reformierten Pädagogenausbildung verbessern.

Derzeit werden an den Unis nur Lehrer für die Bundesschulen (AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen) ausgebildet, während die Pädagogischen Hochschulen (PH) für die Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt, Sonder-, Berufs- und Polytechnische Schulen) und fast die gesamte Lehrerfortbildung zuständig sind. Die jüngst präsentierten Reformpläne der Regierung sehen hingegen vor, dass in der Sekundarstufe I (AHS-Unterstufe, Hauptschule bzw. Neue Mittelschule) Unis und PH künftig miteinander kooperieren sollen.

Schmied wünscht sich "Best of"

Wer bei künftigen Fusionen oder zumindest engen Kooperationen die Federführung übernehmen soll, ist noch offen. Geplant sind je nach Standort individuelle Lösungen, Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) wünscht sich ein "Best of", bei dem sich die Institutionen auf ihre jeweiligen Stärken konzentrieren: Die allgemeinbildenden Fächer werden, wo es eine Uni gibt, an der Uni unterrichtet und die PH ist für den Praxisbezug zuständig.

Die Uni-Rektoren wehren sich allerdings gegen eine Pflicht zur Kooperation und sprechen von einer "Zwangsehe". Sie sind der Meinung, dass die von Schmied beschworene Kooperation auf Augenhöhe zwischen den autonomen Unis und den PH als nachgeordneten, weisungsgebundenen Dienststellen des Unterrichtsministeriums nicht möglich ist.

Entwicklungsrat soll Standards vorgeben

Die Standards für die künftigen Lehrerausbildungsstätten soll ein von Schmied und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) eingesetzter Entwicklungsrat vorgeben. In weiterer Folge soll ein Zertifizierungsrat überprüfen, ob die konkreten Studienpläne etc. den Anforderungen des Dienstgebers entsprechen - auch dieser wird von den Unis abgelehnt, da sie politische Eingriffe in ihr Angebot fürchten.

Konkrete Gesetzesentwürfe für die Reform gibt es noch nicht, sie soll aber schon im ersten Quartal 2013 im Parlament beschlossen werden. Die Unis haben sich unterdessen für die neue Lehrerausbildung in Stellung gebracht: Die Uni Wien konzentriert ab 2013 Organisation und Curricularentwicklung in der Lehrerausbildung in einer eigenen, fakultätsähnlichen Organisationseinheit, die auch ihre Lehramtsstudien, Kompetenz- und fachdidaktischen Zentren koordinieren soll.

Eigene Fakultät in Innsbruck

An der Uni Innsbruck gibt es nun eine eigenständige Fakultät mit einem Institut für Lehrerbildung und Schulforschung sowie einem Institut für Fachdidaktik. Dort soll die fachdidaktische Forschung der 14 Fachdisziplinen angesiedelt und die Kooperation mit den PH koordiniert werden.

Die Uni Salzburg bündelt ihre gesamte Lehrerausbildung an einer "School of Education", an der man sich auch um Lehrerfortbildung kümmern will. Dort soll auch ein Doktorandenkolleg für fachdidaktische Dissertationen betreut werden.

Die Uni Graz hat mit ihrem Institut für Pädagogische Professionalisierung eine Schnittstelle für die Kooperationen der Uni mit den beiden steirischen PH etwa in Form gemeinsamer Hörsäle oder gemeinsamer Doktoratsprogramme eingerichtet.

An der Uni Klagenfurt soll die "School of Education" als Plattform zur Verknüpfung wissenschaftlicher und praxisnaher Aus-, Fort- und Weiterbildung dienen. Dabei soll eng mit der PH Kärnten zusammengearbeitet, die Kooperation mit Schulen verstärkt und gleichzeitig entsprechende Forschungsschwerpunkte gesetzt werden.

(APA)