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PR-Brief löst Krise zwischen Belgien und Schweiz aus

Johan Vande Lanotte
Johan Vande Lanottec EPA JULIEN WARNAND
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Eine Marketing-Agentur fordert US-Firmen auf, von Belgien in die Schweiz zu übersiedeln. „Das ist unerhört und nicht akzeptabel“, empört sich Belgiens Wirtschaftsminister Johan Vande Lanotte.

Den haag/Htz. Der Brief einer Züricher PR- und Marketing-Agentur hat heftige diplomatische Spannungen zwischen Belgien und der Schweiz ausgelöst: In dem Schreiben, das die für die Region Zürich werbende Agentur an 150 in Belgien tätige US-Betriebe verschickte, wird diesen unverblümt nahegelegt, Belgien zu verlassen und in die Schweiz zu übersiedeln, weil diese ein besserer Wirtschaftsstandort sei.

„Das ist unerhört und nicht akzeptabel“, empört sich Belgiens Wirtschaftsminister Johan Vande Lanotte. Außenminister Didier Reynders will den Schweizer Botschafter einbestellen und von ihm eine öffentliche Klarstellung und Entschuldigung verlangen.

Die Staatsschuld Belgiens betrage mehr als 100 Prozent der Wirtschaftsleistung, das Land befinde sich in einer Rezession, zitiert die flämische Zeitung „De Standaard“ aus dem Brief der Agentur, und weiter: „Es sieht nicht gut aus für Belgien. (...) Was immer ihre Pläne auch sein mögen, bei uns in der Schweiz funktioniert alles.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2012)