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Graz: Verluste für ÖVP, Kommunisten erobern Platz zwei

Graz Wahl ÖVP verliert Stimmen KPÖ
Nagl; Kahr(c) APA
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Die Bürgermeisterpartei büßt fast fünf Prozentpunkte ein. Auch SPÖ und Grüne müssen Verluste einstecken. KPÖ und FPÖ gewinnen dazu. Die Mehrheitsbildung wird nun schwierig.

Die Kommunisten gehen als die großen Gewinner aus der Grazer Gemeinderatswahl am Sonntag: Die KPÖ eroberte Platz zwei von der SPÖ. Die Kommunisten unter Elke Kahr legen deutlich zu und erreichen laut vorläufigem Endergebnis 20,1 Prozent. Wie erwartet konnte die ÖVP von Bürgermeister Siegfried Nagl Platz eins verteidigen. Sie muss aber ein deutliches Minus im Vergleich zur letzten Wahl 2008 hinnehmen und kommt nur noch auf 33,5 Prozent.

Die SPÖ mit Spitzenkandidatin Martina Schröck fällt auf 15,4 Prozent. Die Grünen mit der bisherigen Vizebürgermeisterin Lisa Rücker verlieren leicht, sie erreichen 12 Prozent. Mario Eustacchios FPÖ legt auf 13,9 Prozent zu.

Die Piraten erobern bei ihrem ersten Antreten ein Mandat. Das BZÖ schafft den Einzug in den Gemeinderat dagegen nicht mehr.

KPÖ nur für "Bereichskoalitionen" offen

Schwierig dürfte sich für Nagl nun die Suche nach Mehrheiten gestalten. Der Bürgermeister hatte im Mai die Koalition mit den Grünen platzen lassen. Als wahrscheinlichste künftige Option war vor der Wahl ein Arbeitsübereinkommen mit der SPÖ erwartet worden. Laut vorläufigem Endergebnis haben Volkspartei und Sozialdemokraten aber mit 24 der 48 Mandate knapp keine Mehrheit. Auch eine Zweierkoalition mit den Grünen oder der FPÖ geht sich für Nagl nicht aus.

KPÖ-Chefin Kahr schließt eine fixe Koalition aus. "Was ich mir vorstellen kann, sind Bereichskoalitionen", sagte sie nach der Wahl. Eine Unregierbarkeit der Stadt sieht sie nicht: "Man sollte jetzt ohne Nervosität und Reflexe keine Zusammenarbeit ausschließen. Ich glaube so geht konkret viel mehr weiter."

Eine Befragung von SORA ergab, dass die KPÖ besonders stark von jenen Menschen gewählt wurde, die das Gefühl haben, dass Graz an Lebensqualität verloren hat (--> mehr dazu). Die Kommunisten sind in der Stadt traditionell stark. 2003 erreichte sie unter Ernest Kaltenegger sogar 20,9 Prozent.

Bei der letzten Wahl 2008 kam die ÖVP auf 38,37 Prozent, die SPÖ auf 19,74 Prozent und die Grünen auf 14,56 Prozent. Danach folgten die KPÖ mit 11,18 Prozent, die FPÖ mit 10,85 Prozent und das BZÖ mit 4,31 Prozent.

(Red.)