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Osteuropa kommt 2013 aus der Krise

Wegweiser in Maribor, Slowenien
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Die meisten Länder sollen im kommenden Jahr wieder wachsen, so eine Prognose des WIIW. Slowenien wird auch 2013 um 1,5 Prozent schrumpfen.

In Osteuropa wird 2013 eine leichte Erholung der Wirtschaft erwartet. Im kommenden Jahr sollen sieben der acht Länder, die heuer in einer Rezession stecken, wieder wachsen - zwischen 0,5 und 1 Prozent. Nur die slowenische Volkswirtschaft, die eine Bankenkrise zu verdauen hat, wird laut Prognosen der Ökonomen des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) auch 2013 um 1,5 Prozent schrumpfen.

Wachstumsimpulse sollen vor allem aus der Inlandsnachfrage kommen, unter anderem weil die restriktive Sparpolitik in einigen Ländern gelockert werden dürfte, so WIIW-Experte Vasily Astrov am Montag in Wien. Dazu erwarten die Ökonomen, dass auch die "Konjunkturflaute, die es derzeit in der Eurozone gibt", endlich zu Ende gehe. Astrov geht davon aus, dass auch die Kernländer der Eurozone - wie Deutschland - ihre Fiskalpolitik lockern werden, was für die CEE-Region von großer Bedeutung wäre.

Eurokrise trifft den Osten

Die Exporte aus der Region, die in den beiden Vorjahren stark gestiegen waren, seien 2012 fast zum Stillstand gekommen, betonen die WIIW-Experten. Von dieser schlechten wirtschaftlichen Entwicklung konnten sich vor allem die Energieproduzenten wie Russland und Kasachstan absetzen, die heuer um 3,6 und 5 Prozent wachsen dürften. Aber auch jene Staaten, die weniger von der krisengeschüttelten Eurozone abhängig seien, wie etwa die baltischen Länder, weisen höhere Wachstumsraten auf.

Kaum Entspannung sieht Astrov auf dem Arbeitsmarkt. Denn es gelte für diese Länder die Daumenregel von mindestens vier Prozent Wachstum, um positive Effekte bei der Arbeitslosigkeit zu erreichen. "Davon sind die meisten Länder weit entfernt", so Astrov.

Slowenien schrumpft um zwei Prozent

Am stärksten sei heuerSlowenien betroffen, das infolge einer geplatzten Immobilienblase mit einer heftigen Bankenkrise kämpfe, so Astrov. Die slowenische Wirtschaft wird 2012 laut WIIW um zwei Prozent zurückgehen. Auch Kroatien (-1,8 Prozent), Serbien (-1,5 Prozent), Ungarn (-1,3 Prozent), Tschechien (-1,2 Prozent), Montenegro (-1 Prozent), Bosnien-Herzegowina (-0,7 Prozent) und Mazedonien (-0,6 Prozent) werden heuer schrumpfen, so die Prognose.

Die Probleme fasste Astrov folgendermaßen zusammen: Zu einer Exportschwäche komme eine generelle Schwäche der Inlandsnachfrage und in sehr vielen Ländern eine Sparpolitik der öffentlichen Hand. "Dort wo diese drei Faktoren zusammentreffen, haben wir meistens eine Rezession", so Astrov.

Kreditklemme durch westliche Banken

Dazu komme der Entschuldungsprozess der zumeist westlichen Banken in der Region: Dies führe zu einer Kreditklemme, die die Inlandsnachfrage in der Region weiter dämpfe, was auch ein Ausdruck "steigender Unsicherheiten" sei. Anders dagegen die Lage in Russland und Kasachstan, wo die Kreditvergabe steige, so das WIIW.

WIIW-Expertin Hermine Vidovic zufolge hat das angeschlagene Slowenien einen sehr guten Reformansatz: "Man versucht jetzt vor allem auch die strukturellen Reformen anzugehen, die in der Vergangenheit versäumt worden sind." Dazu zählt sie u.a. die Pensions- und die Arbeitsmarktreform. So soll die Dauer und Höhe der Arbeitslosenunterstützung gekürzt werden.

Viele Reformen könnten aber an den Machtbestrebungen einzelner Parteien scheitern, warnt Vidovic. So sei ein Referendum über die geplante Schaffung einer "Bad Bank" geplant. Dies hält die WIIW-Expertin für problematisch: "Ich kann mir sehr schwer vorstellen, wie sich eine Bevölkerung für oder gegen eine Bad Bank entscheiden kann", so Vidovic.

(APA)