Anti-Islam-Film: Christen in Kairo zum Tode verurteilt

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Der Schmähfilm löste gewaltsame Proteste in der islamischen Welt aus, wie hier im pakistanischen Karachi

Die sieben Angeklagten sollen den Mohammed-Schmähfilm hergestellt oder vertrieben haben. Sie wurden in Abwesenheit verurteilt.

Ein Kairoer Gericht hat am Mittwoch sieben im Ausland lebende koptische Christen wegen Beleidigung des Islam zu Tode verurteilt. Den Verurteilten wird zur Last gelegt, an der Produktion des islamfeindlichen Films "Unschuld der Muslime" mitgewirkt zu haben, teilte der Sprecher der Kairoer Staatsanwaltschaft, Adel Al-Saeed, laut CNN mit. Durch die Beteiligung an der Produktion und Verbreitung des Films hätten sich die Verurteilten der Beleidigung des Islam und des Propheten Mohammed schuldig gemacht, zitieren ägyptische Medien laut Kathpress aus der Urteilsbegründung.

Alle Verurteilten, darunter auch der Produzent des Films, wurden in Abwesenheit verurteilt. Unter ihnen ist den Angaben zufolge auch der in Kalifornien lebende Nakoula Basseley Nakoula, der als Hauptverantwortlicher für das Video gilt. Vertreter der koptisch-orthodoxen Kirche bezeichneten das Urteil als hart. Sie betonten aber zugleich, dass die Kirche jede Beleidigung von Religion ablehne.

Weltweite Ausschreitungen

Der im September bei YouTube veröffentlichte Film hatte in weiten Teilen der muslimischen Welt Demonstrationen und gewaltsame Übergriffe auf US-Einrichtungen und westliche Botschaften ausgelöst; mehrere Menschen starben. In Ägypten waren damals mehrere Personen wegen der Verbreitung des Films verhaftet worden.

Ein koptischer Lehrer wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er den Film auf seine Facebook-Seite stellte. Der Prozess gegen einen koptischen Blogger wurde am Mittwoch auf den 12. Dezember vertagt.

 

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