Hilfspaket für Zypern rückt in die Ferne

Hilfspaket fuer Zypern rueckt
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Die Troika will eine Bewertung der Banken abwarten, Nikosia fürchtet schwierige Gespräche.

Nikosia/Brüssel/Ag. Vergangenen Freitag hatte die Regierung in Nikosia vorschnell eine Einigung mit der Geldgeber-Troika über ein Hilfspaket über 17,5 Milliarden Euro verkündet. Diese dementierte umgehend – offen ist nämlich noch ein heikler Punkt: Kommission, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäische Zentralbank (EZB) wollen noch eine Bewertung der zypriotischen Banken abwarten, deren Schieflage das Land in die Bredouille brachte. Das Gutachten soll bis Dezember vorliegen. Nun aber fürchtet die Regierung besonders schwierige Verhandlungen mit der Troika, wie Finanzminister Vassos Shiarly am Donnerstag betont hat. Frühestens bis Mitte Dezember könnten seine Kollegen aus der Eurozone eine Rettungsvereinbarung billigen, erst Ende Jänner käme dann die erste Tranche.

Weitere Hilfsgelder für Griechenland können dagegen voraussichtlich noch im Dezember fließen. Heute, Freitag, stimmt der deutsche Bundestag dem neuen Paket zu. Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn wirft der Regierung in Berlin vor, die Wahrheit über die Belastungen für die Bürger zu verschweigen. Er finde es „problematisch, dass man die Schuldenschnitte nicht ausweist, sondern alles über Zinssenkungen macht“, sagte Sinn.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.11.2012)

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