Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Islam-Unterricht soll die Integration vorantreiben

(C) AP
  • Drucken

Religionspädagogin Kaddor für professionelle Imam-Ausbildung. Guter Islam-Unterricht stelle das Thema der Entscheidungsfreiheit in den Vordergrund.

Wien/Apa. Die liberale muslimische Religionspädagogin Lamya Kaddor aus Deutschland sieht in einem islamischen Religionsunterricht an den Schulen eine große Chance zur Integration für muslimische Kinder. Am Freitagnachmittag plädierte Kaddor, die vom Wiener „Afroasiatischen Institut“ als Festrednerin geladen war, in Wien für den Ausbau der deutschsprachigen Imam-Ausbildung.

Guter Islam-Unterricht stelle das Thema der Entscheidungsfreiheit in den Vordergrund. Kinder sollen lernen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, sagt Kaddor. Zuhause oder im Unterricht in der Moschee würden sie meist nur eine einzige Lösungsmöglichkeit vermittelt bekommen. Die Ermutigung muslimischer Kinder, die eigene Religion kritisch zu hinterfragen, strahle zumeist auf die ganze Familie aus.

Kaddor fordert die Professionalisierung der Imam-Ausbildung. Deutschsprachige Imame könnten besser auf die Kinder eingehen und die Theologie im kontextualisierten Zusammenhang sehen. Außerdem würden Imame dann auch am eigenen Leib die Herausforderung spüren, als Muslim in einer nicht muslimischen Mehrheitsgesellschaft zu leben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.12.2012)