Raiffeisen sieht langsam mehr Risikoappetit

(c) Die Presse (Fabian Hainzl)
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Auf dem Fondsmarkt stehen aber Unternehmensanleihen nach wie vor höher im Kurs als Aktien. Bei der Entwicklung der verschiedenen Anlageklassen, zeige sich, dass ein hohes Risiko auch den höchsten Ertrag bringe.

Wien/Es/Ag. Es ist die Gretchenfrage des Fondswesens, die die Manager des Raiffeisen Capital Management (RCM) in Zeiten wie diesen umtreibt: Wie können Kunden derzeit trotz Inflation ihr Geld vermehren? Dabei gilt es für Fondsmanager, die Gratwanderung zwischen dem immer noch großen Sicherheitsbedürfnis der Kunden und dem Wunsch nach Kapitalvermehrung zu meistern. Die Nachfrage nach konservativen Produkten sei bei den Privatkunden der RCM nahezu unverändert hoch, konstatiert Geschäftsführer Matthias Bauer.

Am meisten gefragt waren 2012 Unternehmensanleihen und Asset Allocation, also breit aufgestellte Fonds mit Risikodiversifikation. Ein „erster Risikoappetit“ mache sich dezent bemerkbar.

Euroländer vor Schwellenländern

Betrachtet man die Entwicklung der verschiedenen Anlageklassen, zeige sich, dass ein hohes Risiko auch den höchsten Ertrag bringe. Am besten entwickelten sich heuer europäische Hochrisiko-Unternehmensanleihen (plus 21 Prozent), gefolgt von Österreich-Aktien mit 19 Prozent und Immobilienaktien (18 Prozent). Bemerkenswert sei, dass Euroland-Aktien trotz Eurokrise mit 15 Prozent mehr abwarfen als US-Aktien (14 Prozent) und Emerging-Markets-Aktien (12 Prozent).

Langfristig gesehen sehe das Bild etwas anders aus: Im Zehnjahresvergleich hätten die Schwellenländer-Aktien die Nase vorn. Nichts zu holen sei weiterhin auf der „sicheren Seite“, etwa mit deutschen oder österreichischen Staatsanleihen.

Bauer sieht 2012 erstmals deutliche Anzeichen für eine Konsolidierung auf dem Fondsmarkt. Die „erste Panikreaktion“ der Anleger, in Immobilien und Gold zu investieren, ebbe ab. Dass riskante Assets so gut abschneiden, stehe mit der Politik der Notenbanken in Zusammenhang. Die Zusicherung der EZB, den Euro nicht kollabieren zu lassen, habe zur Stabilisierung beigetragen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2012)

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