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Salzburg: Beamtin soll 340 Mio. Euro verspekuliert haben

Salzburg Beamtin verspekulierte Millionen
(c) APA HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Eine leitende Beamtin der Finanzabteilung soll seit 2001 eigenmächtig risikoreiche Finanzgeschäft im Namen des Landes betrieben haben. Sie wurde sofort entlassen.

Eine leitende Beamtin der Finanzabteilung des Landes Salzburg soll rund 340 Millionen Euro Steuergeld verspekuliert haben. Das berichtete der für Finanzen zuständige Landesrat David Brenner (SPÖ) in einer ad hoc einberufenen Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag in Salzburg. Die Frau wurde sofort entlassen, ihr Büro versiegelt. Staatsanwaltschaft, Landes- und Bundesrechnungshof wurden eingeschaltet.

Der Verlust werde erst wirksam, wenn die Geldgeschäfte schlagend werden, so Brenner. Das rechnerische Minus hat die Referatsleiterin selbst mit 340 Millionen Euro beziffert. Nach ersten Prüfungen scheint dies durchaus realistisch. Wie hoch der Schaden am Ende tatsächlich sein wird, ist noch unklar. "Es besteht die Absicht, das Geld durch kluge Veranlagungen in den nächsten Jahren wieder zu verdienen", so Brenner. Nach derzeitigem Wissensstand habe sich die Mitarbeiterin nicht selbst bereichert, hieß es auf der Pressekonferenz.

Die Malversationendürften bis ins Jahr 2001 zurückgehen. Ab 2003 durfte die Bedienstete eigenständig Derivatgeschäfte abschließen, vor allem Zins- oder Währungstauschverträge. Dabei soll die Beamtin im Namen des Landes eigenmächtig riskante Finanzgeschäfte abgeschlossen haben. Das war auch erlaubt, allerdings dürfte sie die ihr eingeräumten Volumina überschritten haben.

"Fleiß und fachliche Brillanz"

In den Jahren 2006 und 2007 haben ihre Geschäfte zu Buchverlusten geführt. In der Folge sei es der Mitarbeiterin gelungen, diese zu kaschieren. Dazu habe sie diese jahrelang auf Durchläufer-Konten geparkt, sagte Brenner.

"Dafür muss sie viel Energie aufgewendet haben, sonst wäre das nicht möglich gewesen. Dem Landtag waren ihr Fleiß und ihre fachliche Brillanz seit Jahren bekannt“, sagte Landesrechnungshof-Direktor Manfred Müller laut einem Bericht von ORF.at.

Den Verdacht gegen die Beamtin gab es schon seit Juli, heißt es in dem Bericht weiter. "Sie hat die Politik über mehrere Legislaturperioden getäuscht", so Landesrat Brenner. Sämtliche Kontrolleinrichtungen - vom Rechnungshof bis zur Politik - seien mit falschen Berichten getäuscht worden. Um die Verluste wieder aufzuholen, ging die Frau danach wiederholt Geschäfte ein, ohne ihre Vorgesetzten, den zur Genehmigung solcher Abschlüsse eingerichteten Finanzbeirat oder den Landesfinanzreferenten zu informieren. Auch die Rechenstelle in Frankfurt, der monatlich sämtliche abgeschlossenen Geschäfte gemeldet werden müssen, erfuhr über diese Geschäfte nichts.

(APA/Red.)