Deutsche Inflationsrate sinkt auf Zielniveau der EZB

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Wegen schwächerer Preisanstiege bei den Ölprodukten fällt die Inflationsrate im November auf 1,9 Prozent. Für 2013 wird ein Inflationsrückgang auf 1,7 Prozent erwartet.

Kaum steigen die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl langsamer, schon fällt die Inflationsrate in Deutschland unter die wichtige Zwei-Prozent-Marke. Waren und Dienstleistungen kosteten im November 1,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Im September und Oktober lag die Teuerungsrate noch bei 2,0 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht stabile Preise bei Werten knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Das war zuletzt im Juli der Fall gewesen. Von Oktober auf November fielen die Preise um 0,1 Prozent.

Nahrungsmittel deutlich teurer

Maßgeblich für die sinkende Inflationsrate war die Entwicklung der Energiepreise. Sie zogen nicht mehr so stark an wie in den Vormonaten. Kraftstoffe verteuerten sich um 3,0 Prozent im Vergleich zum November 2011 - im Oktober gab es noch einen annähernd doppelt so großen Aufschlag. Leichtes Heizöl kostete 4,0 Prozent mehr, nach einem Plus von 11,3 Prozent im Vormonat. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich deutlicher, und zwar um 4,2 Prozent. Besonders für Obst (+10,5 Prozent), Gemüse (+6,9) sowie Fleisch und Fleischwaren (+6,1) mussten die Verbraucher tiefer in die Taschen greifen.

In diesem Jahr hat sich der Preisauftrieb insgesamt verlangsamt. Nach Schätzung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) liegt die Inflationsrate im Schnitt bei 2,0 Prozent. 2011 waren es noch 2,3 Prozent. Für kommendes Jahr erwarten die Forscher einen weiteren Rückgang auf 1,7 Prozent, da die Konjunkturflaute den Unternehmen keine größeren Preiserhöhungen erlaube. "Allerdings liegt die Teuerung wohl weiterhin über dem Durchschnitt der vergangen zehn Jahre, wozu auch die Verteuerung von Strom aufgrund regulatorischer Eingriffe beitragen dürfte", erklärte das RWI. So steigt 2013 die Umlage zur Förderung von Ökostrom, weshalb Hunderte Versorger ihre Preise anheben.

(APA/Reuters)

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